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Schweinelecker: Sticky Pig Candy Stripes

Auf der Suche nach Party-Fingerfood stöberte ich gestern auch in meinem Lieblingsfoodblog delicious:days, und fand prompt ein Rezept für Sticky Pig Candy Stripes – mit Rohrzucker karamellisierte Speckstreifen mit Ingwer und Cayenne-Pfeffer. Was sich für den Otto-Normal-Gaumen erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig anhört, ist in Wahrheit schweinelecker. Unglaublich. So dünn, so knusprig, so scharf, so süß. Awesome! Legen-wait-for-it-dary!

Schweinecandy Schweinecandy

Das Ergebnis ist spektakulär, und dabei geht das Ganze total schnell und ist supereinfach. Ich plane übrigens, dasselbe auch mit hauchdünn geschnittener, italienischer Salami zu probieren – ich bin gespannt!

Muffins im Hemd

Mini-Muffins backen ohne Muffin-Backform? Kein Problem! In der Not entstanden die Brownies im Hemd. Eigentlich ein Rezept für einen himmlischen Schokoladenkuchen von delicious:days, wollte ich die Idee aus dem gleichnamigen Kochbuch aufgreifen, um Mini-Muffins aus selbigen Teig zu machen. Das Problem war nur, dass keine Mini-Muffin-Backförmchen greifbar waren. Was also tun? Man nehme so 15 Espresso-Tassen und lege sie vorher mit einem quadratischen Stück Backpapier aus – eine tolle Anregung von meinem Schwesterherz (vorzugsweise weißes Backpapier, ist schöner). Das sollte ruhig hübsch chaotisch über den Rand der Tasse hinausstehen. Teig rein, backen, nach dem Abkühlen die kleinen Brownies in ihrem Hemd aus den Tassen heben, einmal Puderzucker drauf – fertig! Sehen nebeneinander auf einer Platte oder Teller total schön aus, und sind das perfekte Mitbringsel für eine Party, da sie sich ganz wundervoll aus dem Backpapier essen lassen und man nicht mal einen Teller braucht, die Essunterlage ist praktisch schon integriert. So sehen die kleinen Brownies im Hemd aus:

Brownie im HemdDie fertigen BrowniesBrownie im Hemd

Und genau wie der Original-Schokokuchen, sind diese locker-flockigen Träume aus komprimierter Schokolade einfach das Objekt der Begierde für jeden Schoko-Fetischisten – auch wenn man eigentlich nicht mehr als einen davon essen kann. Ein Brownie im Hemd kann eine Kompanie Männer mindestens drei Tage lang ernähren!

Die unheimlich(lecker)en Kekse der dritten Art

Diesen Keksen muss man eine Chance geben. Diese Kekse muss man sich entfalten lassen. Diese Kekse verlangen liebevolle Lagerung. Und auch wenn sie anfangs eher an ein Stück Schuhsohle erinnern, geschmacklich wie ästhetisch, wird man am Ende mit – vorher unvorstellbar – leckeren Schoko-Weihnachtsplätzchen der etwas anderen Art belohnt. Die Rede ist von den Unaussprechlichen Basler Brunsli (Wer hats erfunden?).

Frisch gebacken sind diese Kekse nämlich ziemlich hart und zäh. Da kann man dann eigentlich nur die essen, die einigermaßen dick geraten sind. Aber dann heißt es Geduld an den Tag legen. Einfach all die kleinen Möchtegernschuhsohlen in eine Keksdose packen, ein bis zwei Apfelstücke mitreinlegen, und warten (die Apfelstücke aber schon rausnehmen bevor sie schimmeln, nech). Und schon transformieren sie sich langsam aber sicher in zarte, weiche, saftige, unglaublich schokoladige, locker-leckere Plätzchen mit einem Hauch fruchtigem Kirscharoma. Die deshalb so besonders sind, weil sie anders sind als normale Kekse mit Schokolade. Normale Plätzchen sind immer so vollmilch-pappsüß. Das ist zwar auch lecker, aber irgendwann mitten in der Keks-Hochsaison kann man keine mehr sehen. Aber die Brunslis, die sind nicht vollmilch-süß, sondern eher zartbitter-dunkel-süß. Vom Verhältnis her in etwa wie sich Instant-Kakaopulver zu echtem Kakaopulver verhält. Ich kann nur sagen, gebt den Basler Brunsli eine Chance, es lohnt sich!

Bei der Gelegenheit kann ich auch gleich mal meinen Senf zu Amerikanern und Plätzchen abgeben (ich weiß, ich verallgemeinere hier, man möge es mir verzeihen, ich bin mir bewusst, dass natürlich nicht alle Amerikaner so sind). Es ist wirklich so typisch, bei amerikanischen Rezepten würde dabeistehen, “Plätzchen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb einer Woche verzehren”. Damit sich jaaaa kein Bakterium auf dem Schokokeks befindet. Was die alles verpassen! Gerade Plätzchen schmecken doch gar nicht bevor sie nicht mindestens zwei Wochen in einer Keksdose gelagert wurden, und zwar nicht im Kühlschrank! Oder, oh welch lebensgefährlicher Frevel, Marmelade selber machen und in eigene Gläser füllen! Das ist ein Zitat aus einem Kommentar zu einem Post von delicious:days:

(…) any university extension educator or USDA nutrition expert will tell you that this is a very risky thing to do!! The temperature reached at the time the seal is in place is not high enough to guarantee that all bacteria have been killed. Adorable gift, yes, but do you really want to risk giving your friends and family a food-borne illness? (…) Please be safe!

Seltsam, Generationen von Großmüttern haben Marmelade selber gemacht und in eigene Gläser gefüllt, und Generationen von Müttern Kekse wochen- oder monatelang in Keksdosen gelagert. Und haben dabei sicher nicht das Leben ihrer Familie und Freunde aufs Spiel gesetzt, sondern für Gaumenfreuden gesorgt. Und selbst wenn mal eins von zehn Marmeladengläsern nicht ganz sauber war, dann schimmelts halt, dann wirft mans eben einfach weg. Man sollte dann nur so schlau sein und es nicht essen, selbiges gilt, wenn zu Ostern ein paar vergessene Kekse von Weihnachten schon Grünspan angesetzt haben. “Nutrition experts” haben für mich in Sachen Plätzchen und Marmelade nichts verloren, da sollte man eher auf den gesunden Menschenverstand hören, wie es immer so schön heißt. Manchmal könnte man echt meinen, der wäre vielen Amerikanern abhanden gekommen, aber naja, so ist das nunmal mit unterschiedlichen Kulturen, wir sind eben wie wir sind. Andere Länder, andere Sitten hätte die Großmutter wohl gesagt.

Ingwer-Quickie für kalte Tage

Heiße Zitrone und Ingwer – das perfekte Duo für Eisfüßer wie mich. Macht warm, regt die Durchblutung an, viel Vitamin C, und vor allem eins: LECKER! Meine Variante wenns schnell gehen muss: Ein walnussgroßes Stück Ingwer in kleine Stücke schneiden, in ein Teesieb (oder Teefilter, was immer ihr habt), heißes Wasser drüber, je nach Schärfewunsch 10-15 Minuten ziehen lassen, drei Teelöffel frisch gepresster Zitronensaft rein und noch ein Löffel Honig (nach Belieben mehr oder weniger).

Wenn man mehr Zeit und einen Mixer hat, kann man den Ingwer natürlich auch mit etwas Wasser pürieren, und damit heißes Wasser in einer Thermoskanne bis zu 30 Minuten ziehen lassen bevor man Zitrone und Honig dazugibt. Dann muss man aber den Ingwer im Idealfall wieder absieben davor, und dann braucht man a) soviel Equipment, man muss demzufolge b) mehr abspülen und c) ein Quickie ist es dann ja auch nicht mehr.

So oder so – echt lecker, DIE Alternative zum Glühwein und Tee!

Mozart’s Balls

Ups, Pardon, ich meine natürlich Mozartkugeln. Die habe ich nämlich nach einem Rezept auf einem meiner Lieblingsblogs gestern nachproduziert. Und die kleinen Bällchen sind wirklich ein Traum! Ich habe als Vergleich eine eingepackte, fertige Mozartkugel gegessen, und da herrschte geradezu Langeweile in meinem Geschmacksraum, während meine eigenen Kugeln ein wahres – aber sehr harmonisches – Feuerwerk aus Nougat, Marzipan, Pistazien und Schokolade abgefeuert haben. Herrlich!

Aufgrund dieser Kugeln ist folgendes passiert:

  1. Ich wurde gefragt, ob ich das beruflich mache und etwa Konditor bin.
  2. Mir wurde ein Doppelheiratsantrag gestellt und ein Ring angeboten.
  3. Und ich wurde gefragt, wie lang ich das schon mache.

Dass ich dieses Jahr zum ersten Mal in meinem Leben Plätzchen, Muffins und Mozartkugeln gemacht habe, muss ich ja keinem unter die Nase reiben. Als nächstes habe ich es übrigens auf den Schokokuchen von delicious:days abgesehen.

Muhahahaha ich werde die Weltherrschaft an mich reißen und Gehirnwäsche durch Mozartkugeln und Vanillekipferl betreiben und die Menscheit unterjochen… Oh habe ich da gerade laut gedacht?

Ein Händchen fürs Backen: Nutella-Bananen-Muffins

Im Zuge meiner Backphase musste noch ein weiteres Rezept her, um meine häuslichen Bedürfnisse zu befriedigen: Also machte ich mich an Nutella-Bananen-Muffins, ebenfalls von meinem neuen Lieblings-Futter-Blog delicious:days.

Und irgendwie scheine ich – zumindest was backen angeht – derzeit ein glückliches Händchen zu haben. Ich weiß leider keine Entsprechung für einen ‘grünen Daumen’ (‘brauner Daumen’ klingt irgendwie alles andere als lecker), aber wenn es so etwas gäbe, würde es voll auf mich zutreffen! Denn die Muffins sind nicht nur total genial lecker, saftig und bananig mit leichtem Nutella-Unterton, nein, im Originalrezept heißt es außerdem:

The only thing I’ll try to work on is their shape (I’d prefer muffins shaped like little mountains…), but since I knew how the original banana bread recipe turned out (luscious, dense – but quite flat…), it wasn’t much of a surprise.

Ich hatte mich nun darauf eingestellt, ebenfalls so flache Muffins am Ende herauszubekommen wie Nicole von delicious:days, aber siehe da: Nach wenigen Minuten fingen meine kleinen Teigbatzen an, sich in ihren Förmchen zu strecken und zu recken. Und sich zu bizarr geformten Türmchen zu erheben. Ok, manche knickten dann am Ende etwas zur Seite aufgrund der Schwere des Teigs, aber sie sehen trotzdem schön aus. Schiefe Türmchen, aber definitiv Türmchen:

Was mich allerdings konsequenterweise vor die Aufgabe stellte, wie ich jetzt sinnvoll den Schokoguss obendrauf gießen kann. Die Originalmuffins waren ja auch deshalb so schön, weil sich auf der flachen Oberseite die Schokolade so herrlich als dicke Schicht festsetzen konnte, die aussah wie erstarrtes Nutella. Während bei meinen kleinen Bergen die Schoki natürlich an der Seite runterläuft und man dann auch gutes Timing braucht, dass die Deko nicht auch wieder runterrollt.

Mal sehen an was ich mich als nächstes versuche… Vanillekipferl? Husarenkrapferl? Mhhhmmmm…

Rezeptvorschlag: Der Don Benito 206

Aus der Not geboren: Wer kennt es nicht, spontan braucht man ein alkoholisches Mixgetränk für seine Überraschungsgäste, und hat aber nichts da, was man unter normalen Umständen in ein- und dasselbe Glas füllen würde. Irgendetwas findet sich dann aber doch, und es ist eigentlich immer mehr oder weniger trinkbar, zumindest an dem Abend. Hier das Rezept für die neueste Notfall-Kreation.

Don Benito 206

Himbeersirup
Möglichst billigen Cachaça
Leitungswasser
Gefrorenen Limettensaft

Für die Limettensaft-Eiswürfel Limetten auspressen und den Saft in eine möglichst anruchige Eiswürfelform füllen. Ins Tiefkühlfach stellen. In einem IKEA-Glas zu etwa 3 fingerbreit Himbeersirup noch 2 fingerbreit Cachaça zugeben. Mit Leitungswasser auffüllen, umrühren und einen Limettensaft-Eiswürfel vor dem Servieren dazugeben.