Tag Archive for Nürnberg

Homepage Relauntsch!

Nicht von meiner Homepage, natürlich. Sondern von [ki'ta:so] beziehungsweise kitaso.de, DER Plattform für (Kurz-)Filmemacher in Erlangen und Nürnberg. Alles neu, besser, schneller und in Kürze mit Filmarchiv! Schon jetzt übrigens mit einem tollen neuen Forum. Also husch husch, viele neue Filme machen, my dear fellow students!

Wie das Bayernticket zu seinem Namen kam

Das Bayernticket der Deutschen Bahn heißt nämlich in Wirklichkeit nicht Bayernticket, weil man damit durch ganz Bayern fahren kann, nein, es heißt vielmehr Bayernticket, weil man damit durch ganz Bayern fahren muss, bevor man an sein Ziel kommt. Wenn man nur von A nach B will, muss man praktisch vorher über C, D, E und den Rest des Alphabets bis XYZ fahren, bis man mal bei B ist.

Gestern zum Beispiel: Ich wollte doch nur von Erlangen nach München und wieder zurück. Und ich war am Ende des Tages unter anderem in Donauwörth, Augsburg, Treuchtlingen, Dachau, Regensburg, Straubing, Landshut, Neumarkt in der Oberpfalz, Erding – und Vach.

Dieser Umstand, dass man einen Riesenkreis durch das Bundesland zieht, wäre ja gar nicht so schlimm gewesen, na gut, dafür ist es ja auch billiger, das Bayernticket. ABER. Wie immer, wenn ich mit der Bahn fahre, endet das im Supergau. IMMER. Und immer genau dann, wenn ich EINMAL Bahn fahre. Aber gestern, da habe ich mir wirklich gewünscht, dass ich nie, nie wieder in meinem Leben mit der Bahn fahren muss.

Da gab es gestern also zwei Verbindungen von Erlangen nach München – eine schnellere, mit zweimal umsteigen, und eine etwas langsamere mit nur einmal umsteigen. Ich dachte mir, na gut, Mehdorn ist ja zurückgetreten, der Zug von Erlangen nach Nürnberg war auch das erste Mal zweimal hintereinander pünktlich – ich fasse mal neues Vertrauen in die Bahn und wage es, die schnellere Verbindung mit zweimal Umsteigen zu nehmen. Es steht auch keine Verspätung an der großen Anzeigetafel, also setze ich mich in den Zug, der um 11:34 Uhr losfahren sollte. Und warte. Und warte. Um 11:36 Uhr fährt die ‘langsamere’ Verbindung zwei Gleise weiter pünktlich los. Und ich warte immer noch. Gegen 11:45 Uhr sitze ich immer noch in dem verdammten Zug, der sich noch keinen Millimeter bewegt hat. Weitere sieben Minuten später fährt der Zug dann endlich los, nur um im erstbesten Bahnhof gleich wieder anzuhalten. Wegen einer Störung der Türen verzögere sich die Weiterfahrt, man bemühe sich die Störung so schnell wie möglich zu beheben. Also nochmal 10 Minuten warten, bevor der Zug weiterfährt. Eine Durchsage: Leider haben wir im Moment 27 Minuten Verspätung, wie werden versuchen, das so schnell wie möglich wieder wettzumachen. Zwei Bahnhöfe weiter: Wir haben derzeit eine Verspätung von 29 Minuten, aber wir bitten das zu entschuldigen etc. Sprich: Ich verpasse meinen Anschlusszug um 10 Minuten und muss 45 Minuten am Augsburger Bahnhof rumhängen, bis der nächste Zug nach München fährt.

Da bin ich also in München, eine gute Stunde später als mit der ‘langsameren’ Verbindung. Na gut. Ich hatte mir alle Verbindungen zurück nach Erlangen bis 18 Uhr aufgeschrieben, da ich aber später angekommen bin, beschließe ich ein bisschen länger zu bleiben und mich erst gegen 19 Uhr auf den Rückweg zu machen, Verbindungen sollte es da ja noch genug geben. Dachte ich.  Es kommt mir schon komisch vor, dass der Automat keine Verbindung mehr unter 5 Stunden angibt. 5 Stunden von München nach Erlangen? Planmäßig? In der Zeit fahre ich ja mit dem Auto dreimal nach München. Und wieder zurück. Ich hoffe auf einen Fehler im Automaten und setzte mich kurzerhand in den nächsten Zug, der “Hauptbahnhof Nünrberg” vorne drauf stehen hat. Es ist 19:44 Uhr. Ich bin um 22:21 Uhr in Nürnberg. Das ist zwar eine lange Fahrt, aber noch ist alles gut. Der Automat zeigt mir nun aber keine Verbindung nach Erlangen an. Zumindest keine vor 1:06 Uhr. Hm. Ich schaue auf den gelben Plan, und sehe einen Zug von Nürnberg nach Erlangen um 22:34 Uhr. Super! Passt doch. Ich stelle mich an den Gleis. Durchsage: Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund von Bauerbeiten entfallen heute die Züge von Nürnberg nach Erlangen. GNAARGH.

Ich warte über eine Stunde, bevor ich eine Ersatzbusverbindung über Vach antreten kann. Um 00:44 Uhr bin ich schließlich in Erlangen. Sechseinhalb Stunden von München nach Erlangen, Verspätungen samt dem Verpassen von Anschlusszügen, Zugausfälle, mühsames Suchen nach Ersatzschienenverkehrsbussen, und ewiges frieren an Bahnhöfen mitten in der Nacht am Arsch der Welt, DAS ist das Bayernticket.

Vielleicht ist das Bayernticket ein paar Euro billiger – aber wer rechnet die verschwendete Lebenszeit? Und den Stress, der mein Leben bestimmt um 5 Tage irreversibel reduziert hat?

Großartig: The Great Bertholinis – Planting A Tree Next To A Book

Also wenn diese Band nicht von der Muse geküsst wurde! Die großen, grandiosen, großartigen The Great Bertholinis, die ich am Mittwoch im MUZ-Club in Nürnberg sehen konnte, auf ihrer Tour zum neuen Album Planting A Tree Next To A Book:

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Ich gebe natürlich zu, die Fotos werden dem Auftritt nicht gerecht, aber die habe ich immerhin mit meinem neuen Handy geschossen. Eins der Fotos im Album ist auch entstanden, als ich den Fotoknopf nicht finden konnte, vor lauter Gefriemel fiel mir das Handy dann herunter, und beim Aufprall hat es dann doch ein Foto ohne mein Zutun gemacht, während mir die Afri-Cola in meiner anderen Hand in das Dekolletee meiner entzückenden Begleitung geflutscht ist, beim Versuch das Handy aufzufangen. Außerdem hat es gedauert, bis ich rausgefunden hatte, wie man den Blitz aus und den Zoom anmacht, aber anyway. Back to The Great Bertholinis!

Da ich leider für eine adäquate Beschreibung deren Musik viel zu ungebildet in diesem Metier bin, um jetzt groß mit Fachbegriffen und Genres um mich zu werfen, und die Bertholinis wahrscheinlich sowieso viel zu großartig für eine schnöde Schublade sind,  einfach ein paar Begriffe, die mir beim Hören so einfallen: Tokajer, Geister, Monkey Island, Karibik, menschliche Kanonenkugeln, Sonnenuntergang, Mayerling-Walzer, Fin de Siecle, Jahrmarkt, Zirkus, Messerwerfer, Fellmützen – die adäquate Beschreibung des Auftritts im MUZ überlasse ich mal dem Prinz-Blog-Nürnberg. Und das neue Album ist so stimmig, als hätte die Band mit ihrem Stil ganz zu sich gefunden. Manchmal meint man sogar ein durchgehendes Motiv zu erhaschen, das sich immer mal wieder während des Albums ins Ohr zu mogeln glaubt – so sehr ist diese Musik eins mit dem Universum, dem Leben und allem.

Musikbeispiele und weitere Tourdaten finden sich entweder auf der MySpace-Seite, auf der Band-Webseite vom Label Hazelwood oder auf der eigenen kleinen Blogwebseite. Die volle Auswahl!

Meine Lieblingsstücke vom Album Planting A Tree Next To A Book sind nach dem x-ten Hören übrigens Time Machine, Farewell Goodbye (allein schon wegen dem phantastischen Bläser-Part) und Someday Someone – aber das auch nur, wenn ich mich auf eine Auswahl von drei Songs beschränken müsste – ansonsten ist nämlich das ganze Album ein großes Lieblingsstück. Meine Empfehlung: Definitiv reinhören, Album holen, Tourdaten checken, live sehen!

Vorne schwarz und hinten weiß…

Im Nürnberger Zoo sind heute fünf Pinguine gestorben. Und wie? Sie sind erfroren. Kein Witz! Klingt zwar so, als hätte die Ironie des Schicksals persönlich an das Tor der Tiergartens geklopft, ist bei genauerem Hinsehen aber gar nicht so abwegig.

Die “ungewohnten Minusgrade” hätte das Immunsystem der Pinguine aus Peru und Chile geschwächt. Die übrigen 40 der possierlichen Tierchen seien inzwischen in einem Stall mit Wärmelampen versorgt.

Im Gedenken an die die toten Pinguine an dieser Stelle keine Schweigeminute, sondern ein musikalischer Nachruf.

Happy New Year! Frohes Neues! Guads neichs!

Dies ist die Geschichte von meinem ersten Silvester außerhalb von Mariazell, das da stattfand hoch oben über den Dächern von Nürnberg. Nach einer Runde Dinner for One gab es unser eigenes Dinner für alle, ein unglaublich umfangreiches und leckeres Buffet von Antipasti bis Zwiebelsalat. Etwas ganz besonderes war der Raketenring aka Kanonenkreis – jeder Partybesucher bekam einen Feuerwerkskörper zugewiesen, auf den er seine Wünsche fürs neue Jahr schreiben konnte. Diese Raketen wurden dann in einem Flaschenkreis aufgestellt und um Punkt 12 auf Kommando gleichzeitig in den Himmel geschossen! Es gab nur eine kleine Komplikation: Diese Tradition wurde bisher immer auf offenem Gelände lebendig erhalten, während das Spektakel dieses Jahr auf einer ausladenden Dachterrasse stattfand. In dem kurzen Moment, als alle ihre Feuerzeuge an die Zündschnur der Raketen hielten, fiel den meisten ein, dass sie jetzt normalerweise alle fünf Meter wegrennen, was sich auf der Dachterrasse allerdings als schwierig herausstellte. Es entfaltete sich ein wahrlich infernalisches Durcheinander, und der mutige Gastgeber musste heroisch in den zischenden Kreis springen, um eine umgefallene Rakete noch vor dem Explodieren wieder aufzustellen und einen Großbrand samt Massenpanik zu verhindern. Kurz und gut, ein Riesenerlebnis!

Das Bleigießen offenbarte mir übrigens einen Hundekopf, der für Treue und Freundschaft im neuen Jahr steht – und hier noch ein paar Bilder von der Silvesternacht:

Eingesenft

Ein ganz großer Moment der deutschen Fernsehgeschichte. Thomas Gottschalk lässt sich in der Wetten Dass-Sendung in Nürnberg gestern Abend nach einer verlorenen Saalwette (Wetten dass es keine 10 Nürnberger gibt die mit Nürnberger Rostbratwürsten stricken können) in einem Riesentopf Senf versenfen, pardon, versenken. Und man mag von Gottschalk oder Wetten dass halten, was man mag, kaum hat sich bisher ein Moderator schöner zum Affen gemacht. Designer-Klamotten-Fetischist Gottschalk sah von oben bis unten in Senf getunkt aus wie ein riesiger, gelber Teletubby. Bemerkenswert fand ich vor allem, dass er a) sein Sakko und seine Designerschuhe brav neben dem Senftopf ausgezogen hat, nachdem er reingetunkt wurde die ganze Soße aber ohnehin aus dem Topf über die beiseite gelegten Klamotten schwappte b) dass er nachdem er schon bis zum Hals im Senf steckte, auch noch mit dem Gesicht voran reingetunkt ist (anstatt es umgekehrt zu machen und einfach mit dem Hinterkopf voran einzutauchen um das Gesicht freizulassen), was ihm ein leicht debiles Aussehen bescherte, da die Haare unten noch unberührt vom Senf waren und ganz komisch abstanden sowie ihm der Senf sichtbar aus den beachtlichen Nasenlöchern hervorquoll und c) dass er mit seinem Sakko anscheinend auch seinen Knopf im Ohr von der Regie abgelegt hatte. So baumelte er erst mal wort- und ratlos wie ein Wiener Würstchen am Kindergeburtstag von seiner Leine, bevor ihm mal irgendwer zurief, er müsse sich ja noch verabschieden. Ich fand diesen Moment einfach grandios.