Tag Archive for Musik

Karo rockt!

Ich habe mir nämlich endlich den jahrelangen Traum selbst erfüllt und mir Guitar Hero für die Wii gekauft. Guitar Hero III: Legends of Rock, mit der Les Paul-Gitarre, um genauer zu sein. Und es macht so unglaublich viel Spaß, dass mir gestern schon sämtliche Finger- und Armmuskeln vom vielen Spielen schmerzten.

Das lustigste ist ja fast, wie man immer selbst mit dem ganzen Körper mitrockt, sobald man nur so eine kleine Gitarre in der Hand hat und zum ersten Mal drauf spielt. Zum Glück hören die Zuschauenden auch die Musik dazu, dann wirkt es nicht ganz so dämlich, aber denkt mal man würde Guitar Hero mit dem Kopfhörer spielen und es schaut wer zu. Eine Mitbewohnerin ist bereits von meinem Spielfieber angesteckt worden und rockt gerade im Flur zu Barracuda. Let’s rock!

Der Reggae-Effekt

Schon komisch. Wenn ich länger als eine halbe Stunde Reggae am Stück höre, werde ich total depressiv. Und dabei ist es nicht so, dass ich Reggae an sich nicht mag, nein. Aber irgendwie bringt mich der Rhythmus auf Dauer zum Nachdenken, und zwar so ein gefährliches über-die-großen-Fragen-des-Lebens-Nachdenken. Dabei nehmen die Gedankengänge dann zwangsläufig kein gutes Ende.

Das ist das schöne an Ska, da muss man sich so viel bewegen, da hat man gar keine Zeit, über irgendwas nachzudenken; man ist einfach und genießt diesen Seinszustand. Wie auch beim Tanzen an sich, da kann man auch nicht nachdenken, beziehungsweise man denkt höchstens mal an Tanzschritte…

FAUST: Mein schönes Fräulein, darf ich wagen,
Meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?

MARGARETE: Bin weder Fräulein, weder schön,
Kann ungeleitet nach Hause gehn.


Das Los der Künstler?

Schon seltsam. Für viele mehr oder weniger verkannte Künstler scheint ihr Tod eine ihrer nachhaltigsten und größten Leistungen gewesen zu sein. Wieviele Maler oder Schriftsteller wurden erst nach ihrem Tod geschätzt und berühmt, und starben vorher einsam, wahnsinnig, verarmt? Nur hat das früher noch immer einige Zeit gedauert, vom Tod zu den Lobeshymnen. In unserem deutlich beschleunigtem Zeitalter der digitalen Kommunikation dagegen – da läuft auch dieser Prozess in wahnsinniger Geschwindigkeit ab. Noch vor Mitternacht erreichte mich gestern der erste Tweet zu Michael Jacksons Tod, und wenige Sekunden später ging es mit den ersten Trauermeldungen, Lobpreisungen, Requiems, R.I.P.-Wünschen und massig YouTube-Links auf seine Musikvideos los. Ganz plötzlich rennen die Leute los und kaufen seine Alben, seine Songs sind in den iTunes-Charts, im Radio hört man nur noch Jackson-Songs und auch sonst ist einfach die komplette Medienlandschaft damit vollkommen überspült. Und irgendwie ist das ja normal und unausweichlich und angebracht. Aber die Ausmaße, die das jetzt annimmt, dieses schamlose kommerzielle Ausnutzen seitens aller nur denkbaren Unternehmen, Geschäfte, Radiosender, Webseiten, Fernsehsender, die jetzt das große Geld wittern, und vor allem dieses Pharisäertum, diese Scheinheiligkeit, mit der sich gaanz plötzlich alle als die größten Jacko-Fans aller Zeiten outen – das finde ich schon fast unerträglich. Jetzt hört man Lobeshymnen von Leuten, von denen man noch nie vorher überhaupt nur den Namen Michael Jackson jemals vernommen hat. Ja, und seine riesige Bedeutungen für die Popmusik…blubber blubber. Diese Bedeutung war vor zwei Wochen auch nicht geringer als jetzt, aber vor zwei Wochen (oder gar vor seiner Ankündigung seiner Comeback-Tour, wo man ja lange gar nichts von ihm gehört hatte) hat kein Hahn danach gekräht. Aber jetzt, jetzt ist das natürlich was anderes.

Werden irgendwann Popstars reihenweise ihren eigenen Tod inszenieren müssen, um noch einmal das ultimative Comeback zu starten, mehr Platten zu verkaufen oder überhaupt erst richtig berühmt zu werden? Wird das irgendwann die einzige Möglichkeit sein, sich vor einem One-Hit-Wonder-Schicksal zu bewahren? Und wo tummeln sich dann die ganzen mehr oder weniger toten Stars? In einem nautilushaften U-Boot? Auf einem Dampfer, auf dem immer Party gemacht wird, so dass die das Schiff umgebende Partydunstwolke gleichzeit ein Tarnnebelfeld erzeugt, dass vor neugierigen Fotographen schützt? Auf einer Südseeinsel? Oder doch auf einer Ranch oder in einem Vergnügungspark?

Feel the Glamour in Pink…

Im Zuge eines spontanen Eurodance-Anfalls habe ich mir heute das Video zu Dune – Hardcore Vibes angeschaut, und musste erschreckt feststellen, wie sehr ich manche Dinge in meiner Erinnerung verkläre. Ich hatte das als das total tolle, schräge, phantasievolle Video in Erinnerung, aber wenn ich das heute sehe? Dann wirkt das ganze plötzlich total doof, billig, langweilig, einfallslos. Naja, der Song ist immer noch gut, und da mein Uralt-iPod sowieso keine Videos darstellen kann…

Deshalb noch ein anderes Video, das zum Glück noch genauso quietschig, quirky und schräg ist wie in meiner Erinnerung – Barbie Girl von Aqua:

Die Prinzessin und das Krokodil

Heute mal wieder ein kleiner Musiktipp, den ich fast ganz unkommentiert lasse, weil er a) auch für sich alleine schön genug ist und b) ich auch wirklich überhaupt gar nichts über die Interpreten weiß. Außer, dass ich diesen grandiosen Song in dem Film Was nützt die Liebe in Gedanken gehört habe. Deshalb lassen wir jetzt die Töne sprechen.

Aufgemischt: Kaff-Rock, Ensdorf

Es war wohl mein erster, bewusster Aufenthalt in der Operpfalz: Ein Besuch am Samstag auf dem Kaff-Rock in Ensdorf bei Amberg. Das Angebot der Bands am Samstag war wunderbar abwechslungsreich: Punk (Holybugshit), Ska (Mr. Onion and the Vegetables), Psychobilly (Out of Luck), Indie/Rock (Arrived at Ten) – nur an der Reihenfolge hätte man etwas feilen können. Rein stimmungsmäßig wäre es irgendwie sinniger gewesen, die Indie-Band als erste spielen zu lassen, dann die Psychobilly-Band, dann Punk/Ska/Reggae, dann Ska.

So oder so, Holybugshit waren meine Neuentdeckung des Abends – endlich eine Band, die auch mal grob außerhalb jeglicher Schubladen und Konventionen denken und spielen kann. Da tummelt sich schmutziger Punk neben Reggae und melodischem Ska, mal auf Englisch, mal auf Deutsch, mal auf Bayerisch. Genau mein Geschmack! So putzig wie witzig kommentiert in feinstem (ich tippe mal nieder-)bayerisch von Seiten des Sängers. Die Band werde ich mir definitiv merken.

Out of Luck waren mir fast schon ein wenig zu Psycho- und zu wenig -billy, aber das lag wohl mehr an der Tonmischung als an der Band. Irgendwie kam mir der Gesang viel zu leise vor, was sehr schade war, denn so verschwomm alles in Geschrammel. Denn wenn ich mir das jetzt auf MySpace anhöre, klingt das astrein Rock’n’Rollig. Vielleicht stand ich auch nur ungünstig? Der Sänger war auf jeden Fall der Hammer, der da mit seinem riesigen Kontrabass munter auf der Bühne rumgehüpft ist, als würde er eine Ukulele schwingen. Unglaublich.

Zu Mr. Onion and the Vegetables muss ich nicht viel sagen – es geht doch nichts über tollen Ska, die beste Musik der Welt. Drei Bläser, ein Akkorden, eine Orgel – das brachte sogar die Oberpfälzer zum tanzen, die sonst eigentlich nur herumstanden wie mit einem Besenstiel im Kreuz (ist ja an sich nichts verwerfliches, jeder genießt Musik auf seine Art, aber es war doch irgendwie auffällig). Bis zur Zugabe tobte die Stimmung – der Höhepunkt des Abends!

Und Arrived at Ten –  nun ja, die hatten leider irgendwie einen ungünstigen, undankbaren Zeitpunkt für ihren Auftritt. Da davor Ska die Hütte rocken ließ, war nunmal vom Oberpfälzer Publikum für Indie-Rock nur noch vereinzeltes Mitwippen übrig. Auch schade, denn eigentlich haben die verträumten Gitarrensounds und der eingängige Gesang durchaus Potential, einen in eine musikalische Trance der Verzückung zu versetzen. Aber nunmal eher an einem sonnigen Nachmittag auf Rock im Park, um ganz relaxed einen wundervollen neuen Tag zu begrüßen, die Zeltstädte wieder zum Leben zu erwecken und um das erste Bier des Tages zu öffnen, als als letzte Band des Abends auf dem Kaff-Rock.

Der Samstag war jedenfalls musikalisch toll – auch die Organisation war makellos. Zwei gut besuchte Bars an der Rückseite des Zelts, und keine mickrigen Dixie-Klos, sondern einen edlen Klo-Container. Schade nur, dass es es zwar schönes und klares Wetter hatte, aber nunmal saukalt war. Ein paar Wochen später im Jahr, und die Temperaturen wären wesentlich ertragbarer gewesen, und man hätte sich keinen Glühweinstand herbeigesehnt. Aber irgendwer muss ja den Anfang machen, und es war auf jeden Fall ein guter Anfang.

Ostern auf die Ohren!

Es ist Zeit für die beste Musik der Welt: Ska! Heute gehts ab zum Easter Ska Jam 2009 im E-Werk, mit Susan Cadogan, The Offenders und Last Minute. Ich bin mir zwar noch nicht so sicher, wie mir Susan Cadogan gefällt, aber ich lasse mich überraschen – und vor allem Last Minute aus Ungarn klingen vielversprechend.

Zur Einstimmung hier mein derzeitiger Song des Tages von Ska-P:

Großartig: The Great Bertholinis – Planting A Tree Next To A Book

Also wenn diese Band nicht von der Muse geküsst wurde! Die großen, grandiosen, großartigen The Great Bertholinis, die ich am Mittwoch im MUZ-Club in Nürnberg sehen konnte, auf ihrer Tour zum neuen Album Planting A Tree Next To A Book:

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Ich gebe natürlich zu, die Fotos werden dem Auftritt nicht gerecht, aber die habe ich immerhin mit meinem neuen Handy geschossen. Eins der Fotos im Album ist auch entstanden, als ich den Fotoknopf nicht finden konnte, vor lauter Gefriemel fiel mir das Handy dann herunter, und beim Aufprall hat es dann doch ein Foto ohne mein Zutun gemacht, während mir die Afri-Cola in meiner anderen Hand in das Dekolletee meiner entzückenden Begleitung geflutscht ist, beim Versuch das Handy aufzufangen. Außerdem hat es gedauert, bis ich rausgefunden hatte, wie man den Blitz aus und den Zoom anmacht, aber anyway. Back to The Great Bertholinis!

Da ich leider für eine adäquate Beschreibung deren Musik viel zu ungebildet in diesem Metier bin, um jetzt groß mit Fachbegriffen und Genres um mich zu werfen, und die Bertholinis wahrscheinlich sowieso viel zu großartig für eine schnöde Schublade sind,  einfach ein paar Begriffe, die mir beim Hören so einfallen: Tokajer, Geister, Monkey Island, Karibik, menschliche Kanonenkugeln, Sonnenuntergang, Mayerling-Walzer, Fin de Siecle, Jahrmarkt, Zirkus, Messerwerfer, Fellmützen – die adäquate Beschreibung des Auftritts im MUZ überlasse ich mal dem Prinz-Blog-Nürnberg. Und das neue Album ist so stimmig, als hätte die Band mit ihrem Stil ganz zu sich gefunden. Manchmal meint man sogar ein durchgehendes Motiv zu erhaschen, das sich immer mal wieder während des Albums ins Ohr zu mogeln glaubt – so sehr ist diese Musik eins mit dem Universum, dem Leben und allem.

Musikbeispiele und weitere Tourdaten finden sich entweder auf der MySpace-Seite, auf der Band-Webseite vom Label Hazelwood oder auf der eigenen kleinen Blogwebseite. Die volle Auswahl!

Meine Lieblingsstücke vom Album Planting A Tree Next To A Book sind nach dem x-ten Hören übrigens Time Machine, Farewell Goodbye (allein schon wegen dem phantastischen Bläser-Part) und Someday Someone – aber das auch nur, wenn ich mich auf eine Auswahl von drei Songs beschränken müsste – ansonsten ist nämlich das ganze Album ein großes Lieblingsstück. Meine Empfehlung: Definitiv reinhören, Album holen, Tourdaten checken, live sehen!

Netzspielchen: Mein erstes CD-Album

Ich habe ja schon vor ein paar Tagen erwähnt, dass ich jeden Blödsinn mitmachen muss, also hier ein neues Netzspielchen, welches mir gerade auf Facebook erschienen ist:

1 – Go to “wikipedia.” Hit “random… Read More
The first random wikipedia article you get is the name of your band.

2 – Go to “Random quotations
The last four or five words of the very last quote of the page is the title of your first album.

3 – Go to flickr and click on “explore the last seven days
Third picture, no matter what it is, will be your album cover.

4 – Use photoshop or similar to put it all together.

5 – Post it to Facebook and TAG the friends you want to join in.

Es geht also darum, wie meine erste Band heißen wird und wie das erste Album aussieht. Das sieht bei mir so aus:

Mein erstes Album

Meine Band heißt also “A Soul Astray” (das kam bei mir als zufälliger Artikel bei Wikipedia, ein amerikanischer Stummfilm von 1914), das Album heißt “Lead People Trough the Dark” (ein zufälliges Zitat von Whoopie Goldberg: We’re here for a reason. I believe a bit of the reason is to throw little torches out to lead people through the dark.) und das Bild kam als mein drittes Bild bei Flickr und trägt den Namen How To Be A Cat, Lesson 9: The Washing Machine.

Grandios! So einfach ist das heute, mit dem Cover und dem Bandnamen.

Meine kleine Anklagebank: Die kopiergeschützte CD

Ich bin ja so jemand, der alle seine CD-Alben einmal auf iTunes schiebt und sonst die silbernen Scheiben gar nicht mehr auspackt. Heute aber grabe ich doch mal wieder in meinen alten CDs, und da fällt mir die “Alternative Moments II” in die Hände, die ich mir wohl 2001 gekauft habe. Sind ja ein paar nette Sachen drauf, dass ich die noch nicht in meinem iTunes habe, denke ich mir noch – bevor mein Blick auf den großen Aufkleber vornedrauf fällt. “Will NOT play on PC/MAC” und “Kopiergeschützte CD” prangt da, und damit es auch noch der letzte Analphabet kapiert, noch ein durchgestrichener PC in einem Verbotsschild daneben.

Also bei dieser arroganten Bevormundung der Käufer, die die Musikindustrie hier Anfang der 2000er (kann sich mal jemand eine gute Abkürzung für unser Jahrzehnt einfallen lassen bitte?) an den Tag gelegt hat, ist es ja kein Wunder dass die ganze Welt auf digitale Dateien umgestiegen ist, Steve Jobs  sich mit iTunes eine goldene Nase verdient und die ach so hochnäsige Musikindustrie aus den letzten Löchern pfeift. Und zwar zurecht! Jetzt habe ich da eine CD, ein Medium das ich praktisch nicht mehr benutze, für die ich 39,95 DM mehr als rechtmäßig bezahlt habe und die ich mir nicht mehr anhören kann, weil ich inzwischen mit viel Mühe und Geld alle meine Hörerlebnisse rein digital veranstalte, iTunes, iPod, AirTunes & Co. sei Dank.

Grmrmlpfhmf. Sowas… macht mich… echt… wütend.