Tag Archive for Mariazell

Homelands

I think a lot about home, homeland, cultural and national identity here. Who I am, who I want to be, where I want to go, what I call home, or homes.

There is this German word, Heimat, that kind of means home, but in a different way than usual, different than in “I’ll go home now”. Hard to describe or to define, but Heimat doesn’t have to be where you are at ‘home’ right now, but maybe where your heart belongs to (so ‘homeland’ might be the closest translation you can get). That word has a flaw though – there is no plural in German. It is always one.

And that never really worked for me. I always had several homes. Bavaria is one of them. A huge part of my heart lies in Austria – everytime I see my beloved mountains my heart takes a leap, everytime I leave, leave the landscape and the people there, it feels like a part of my heart ripped out, left behind.

And somehow, everytime I live somewhere new, a part of myself attaches itself to it. A little bit of it may lie in Düsseldorf and Cologne, a big chunk of it belongs to Erlangen and Ingolstadt, and right now Australia reaches for a huge part of the rest. How much is there? How many homes can you have?

I think one of the reasons how I could actually leave all my friends and beloved family behind, was because I always had more homes than one, and seeing one home again always meant saying goodbye to another. I always had to deal with that, and with thinking about where I live and what would have happened if I would have lived there longer.

It is so good to have people I absolutely love everywhere, and meet new people I love, and the experience of finding love and friendship, soulmates, everywhere. But I still miss them, and regardless where I am, there is always something, someone missing. Sad and happy, happy because I’m sad – happy because those people are out there, happy because there are so many wonderful people in so many places, happy that I found them, happy that I’m able to find them.

Yes, I am happy, happy to have those strong bonds to my family and my friends, regardless where I am, regardless if we talk every day or once a year, you are all a part of me and my life. And I’m glad about that.

Die Feuerwehr brennt!

Sowas passiert wirklich nur in Mariazell. Da geht man nach dem weggehen um 4 Uhr morgens nichtsahnend an der Mariazeller Feuerwehr vorbei, und da brennts. Wirklich, direkt vor der Tür der Feuerwehr brannte eine etwa ein Meter hohe, hölzerne Laterne mit einer großen Kerze drin – aber nicht die Kerze brannte, sondern die ganze Laterne ging schon in einer zwei Meter hohen Flamme auf, direkt an der Hauswand. Zwei Meter Luftlinie vom Feuerwehrauto in der Garage. Schließlich haben wir Sturm geläutet, gepfiffen und versucht die richtige Nummer der Mariazeller Feuerwehr (es ist die 2112, jetzt weiß ichs auch) rauszufinden, bis endlich mal jemand aus dem Hauseingang gekrochen kam, direkt vor dem Feuer stand, gleich wieder rein, einen Feuerlöscher geholt, und dann endlich mal gelöscht hat. Ganz am Anfang habe ich mal versucht mit etwas Schnee zu löschen, aber lasst es euch gesagt sein, das ist keine gute Idee. Wasser ist irgendwie nicht so geeignet um Flammen zu bekämpfen, das macht sie eher noch wütender.

Na, nun ist die Hauswand gut angerußt, aber dafür haben wir vielleicht den zweiten großen Brand in der Geschichte Mariazells verhindert. Vielleicht. Zumindest ist es schön das zu glauben und sich als Held des Tages zu fühlen!

Ochsenschwanz und Pferdeschweif: Wer hat Angst vorm Krampus?

Nachdem ich mich gestern unerwartet ins Mariazeller Nachtleben gestürzt habe, heute endlich die Fotos vom Krampuslauf am Freitag, organisiert vom SC Gußwerk.

Wie, wo und warum dieser Brauch entstanden ist, ist heute größtenteils unklar. Winter vertreiben, böse Geister verjagen, die unartigen Kinder bestrafen (als eine Art Knecht Rupprecht) – vieles wird dem Krampus zugeschrieben.

Bei uns in der Steiermark läuft das jedenfalls so ab: Viele Schaulustige versammeln sich, die Feuerwehr macht vielleicht noch ein schönes großes Lagerfeuer, ein paar Glühweinhütten machen auf, und irgendwann treffen die grimmigen Gestalten mit mehr oder weniger Pyrotechnik ein. Die machen einen ganz schönen Krach, mit rasselnden Ketten und riesigen Balkenglocken, die bis zu den Knien reichen. Und sie haben Holzruten oder Pferdeschweife dabei, mit denen sie auf allzuneugierige Schaulustige losgehen. Früher hat man da schon mal blaue Flecken kassiert, heute sind die Krampuse aber ziemlich brav – im schlimmsten Fall packen sie einen, ziehen einem die Mütze über die Augen, tragen einen ein paar Meter und lassen einen wieder fallen. Im günstigsten Fall ziehen sie einem mit einem Pferdeschweif eine über, was zwar kurz ziemlich zieht, aber das ist gleich wieder vorbei.

Schade war nur, dass es wie aus Eimern geregnet hat am Freitag – bei Kälte und Schnee macht das ganze Spektakel doch etwas mehr Spaß (und dann wird den Kramperln auch nicht so schnell warm, die haben ja ganz schön viel Fell um und vor allem schwer an den Holzmasken und Glocken zu tragen). Außerdem stinken nasse Kramperl dank der Felle wie nasse Hunde. Und wenn sie den Pferdeschweif schwingen, kriegt man gleich mal einen Schwung dreckiges stinkendes Pfützenwasser ab. Aber nun lassen wir mal die Bilder sprechen, um einen ehemaligen Kollegen bei GIGA zu zitieren:

Computer sucht IP-Adresse für gemeinsames Internet

Diese Zeilen kann ich erst nach einem echten Kampf schreiben. Ich bin nämlich in der Heimat meines Herzens, und es schneit (das zumindest ist echt wundervoll), und Internet ist hier noch ein rares Gut in den Bergen. Nun haben wir ja hier zwar ein kostbares WLAN-Netz, das dem willigen Benutzer aber nur mit Widerwillen Eintritt gewährt. Ich meine, wer kam denn auf die grandiose Idee, dass der PC nicht automatisch eine IP-Adresse zugewiesen bekommt? Das ist dann nämlich (im Laiengebrauch, ich weiß das hat in der Profi-IT sicher hoffentlich irgendeinen Sinn) wie folgt:

ROUTER: Ja? Wer will eintreten?

LAPTOP: Ich, hier, Karolines Laptop, bitte bitte lass mich rein, mich kennst du doch schon vom letzten Jahr, bitte weis mir doch eine Adresse zu, damit ich bald drin bin.

ROUTER: Tut mir leid, du musst erst die Adresse erraten, die ich dir zuweisen würde, wenn ich schlauerweise so programmiert wäre. Mit anderen Worten, du kumst hier net rein! *besinnt sich ein österreichischer Router zu sein und verbessert sich* Du kimst do ned eini!

Argh. Ich meine, übertragen wir das doch mal ungerechtfertigterweise (ist das ein real existierendes Wort?) auf Menschenadressen, dann könnte mir der blöde Router doch zumindest die Straße verraten, und ich probiere dann alle Hausnummern durch. Aber nein, nicht mal der Ort, oder die Stadt, das Land, der Kontinent. Nicht eine Ziffer. Frechheit!

Zumindest tanzen draußen schöne dicke Schneeflocken an mir vorbei. Die schweben zwar wie das WLAN auch in der Luft herum, aber wollen wenigstens keine Ziffern von mir wissen bevor ich sie bewundern darf.

Ok, der Vergleich lahmt wie mein rechtes Knie, aber es ist ja auch schon spät. Morgen gibts was sinnvolleres, nämlich Fotos vom Krampuslauf heute! Krampus(s?)e rocken!

Gustav, aber nicht Gans

Schon vor etwa zwei Jahren stieß ich durch meine lieben Freunde aus meiner (Wahl-)Heimat Mariazell auf eine junge, österreichische Musikerin namens Eva Jantschitsch aka Gustav. Ihr Song “Rettet die Wale” aus dem gleichnamigen Album hat mich auf der Autofahrt von Wien nach Mariazell so verzaubert, dass ich seither unhaltbar dem Charme ihrer Musik verfallen bin, und die Platte mit dem exzentrischen Cover in die Liste meiner Lieblingsstücke aufgenommen habe:

Da ich mit dieser neuen Vorliebe aber zumindest in Deutschland allein auf weiter Flur war, war ich umso überraschter, als ich am Samstag den Feuilleton der Süddeutschen Zeitung aufschlug. Da prangte mir doch tatsächlich eine halbe Seite (und wer die Süddeutsche schonmal versucht hat auf einem kleinen IKEA-Tisch zu lesen, weiß wie groß so eine halbe Seite sein kann) über Gustav entgegen, anlässlich ihres neuen Albums “Verlass die Stadt”. Unglaublich! Ich zitiere einen klitzekleinen Absatz aus dem Artikel, der eigentlich schon alles besagt:

“Überhaupt die Stimme: Über den tausend Samples spricht sie zu uns. Und wenn sie bloß spricht, meint man schon, sie würde singen. Und wenn sie dann singt, dann meint man schon gar nichts mehr, dann gehört man Gustav schon mit Haut und Haar.”
(Karl Bruckmaier, Süddeutsche Zeitung vom 17./18.5.2008, Seite 19)

Das neue Album habe ich bisher zwar bestellt, aber noch nicht gehört, von dem her kann ich da noch keinen Erfahrungsbericht abliefern. Eins meiner bisherigen Lieblingsstücke vom Album “Rettet die Wale” – neben dem gleichnamigen Titelsong versteht sich – gibt es aber auf der offiziellen Webseite von Gustav zu hören: “Genua”.

Wer neues, mutiges, aufregendes und doch wunderschönes Material für die Ohren nicht scheut, sollte auf jeden Fall mal reinhören.

Karo’s Sense of Snow

Ein kurzer Kommentar zu einem StudiVZ-Foto (auf dem ich mit meinem Snowboard im 2 Meter hohen Schnee stehe) von meinem lieben Freund Schweigi hat wieder eine Ursehnsucht nach Mariazell in mir ausgelöst. Die Heimat meines Herzens. Steirerbluat is koa Himbeersoft, nicht wahr? Sehnsucht nach den Bergen, dem Himmel, den Sternen, dem Duft, dem Bier, dem Schnee, den Wiesen, dem Erlaufsee mit dem Holzsteg, dem kuschligen Ort Mariazell und vor allem nach den Leuten, den lieben Freunden, die mir so viel bedeuten und die ich viel, wirklich viiieeeel zu selten sehe. Das alles schmerzt gerade so sehr dass ich mein Herz in meinem Brustkorb spüren kann, wie es sich zusammenzieht. Es ist als hätte ich einen Teil von mir dort gelassen, als wir weggezogen sind, genauso wie ein (zugegeben, etwas ungleich kleinerer) Teil meiner selbst in Köln/Düsseldorf geblieben ist.

Es ist ein Fluch und ein Segen sein Herz in Stücke zu reißen und auf mehrere Orte aufzuteilen… Ich fühl mich gerade ein bisschen wie Lord Voldemort.