Tag Archive for Literatur

Mein Senf: Harry Potter and the Half-Blood Prince

Achtung. Wer nichts über den Film wissen möchte, sollte nicht den Spoiler öffnen. Rein inhaltlich gibt es zwar ohnehin nicht viel zu spoilern (der Großteil wird ja doch schon die Bücher gelesen haben), aber wer sich gern zuerst seine eigene Meinung bilden möchte, dem will ich meine auch nicht aufzwingen.

Zeigs mir!

Mein Eindruck: Die 100 Classic Book Collection (Nintendo DS)

Vor kurzem habe ich mir ja die 100 Classic Book Collection für meinen schönen, alten, rosafarbenen Nintendo DS geordert, und hiermit gebe ich meinen Senf dazu ab:

Die Seiten sind größer als gedacht, das Lesen geht eigentlich sehr gut, nur umblättern muss man doch recht oft. Dafür ist die Haptik toll simuliert, wie man das tut – mit dem Stylus oder dem Finger nach rechts oder links über den Touchscreen fahren, und die Seite folgt und blättert sich vor oder zurück. Samt dem angenehm unaufdringlichen Sound von raschelndem Papier.

Besonders tolles Feature: Die unterschiedlichen Hintergrundgeräuschkulissen, die man sich zum lesen einstellen kann. Da gibt es knisterndes Kaminfeuer, Café-Atmosphäre, Gebirgsbachrauschen, Wellenrauschen, Sommertag, Sommernacht, Herbstnacht, das monotone Gezuckel eines fahrendes Zuges, und sogar Flughafengewusel. Eignet sich übrigens auch perfekt dazu, seine Kopfhörer anzustöpseln und sie als beruhigende Einschlafkulissen zu nutzen, wenn im Zug auf den Sitzen vor einem lautstarke Mitfahrer sitzen.

Das einzige was mich wahnsinnig macht, ist diese saudämliche Nintendo Wifi-Verbindung. Man könnte sich ja theoretisch mit dem DS im hauseigenen WLAN einklinken und sich noch mehr Bücher laden. Aber die Betonung liegt auf theoretisch. Schlimm genug, dass der DS nur mit WEP-verschlüsselten Verbindungen kann. Aber selbst wenn man die Verbindung gar nicht verschlüsselt, funktioniert die Verbindung nicht, so zimperlich ist das dumme Gerät. Wieso kann das mit dem DS nicht wie bei der Wii sein? Da klappts doch auch. Und nun habe ich alle Einstellungen an meinem Router durch und keine Lust mehr – Nintendo Wifi = Frustgarantie.

Vielleicht werde ich jetzt zur Beruhigung noch ein wenig zu prasselndem Kaminfeuer Sherlock Holmes lesen…

Shakespeare meets Nintendo

Das ist so grandios, das kann ich Euch keine Sekunde länger vorenthalten. Seit etwa vier Wochen gibts es für den Nintendo DS die 100 Classic Book Collection – absolut grandios! Auf einer einzigen Spielecartridge sind alle möglichen Klassiker der englischen Literatur versammelt. Keine Bücher ausleihen, keine schweren Schmöker schleppen, in denen der Primärtext 70 von 800 Seiten einnimmt. Das ist ja wie… ja, wie… iPod fällt zufällig in eine Anglistik-Bibliothek (die Texte sind zum Glück auch alle in Englisch). Und man kann sie überall mithinnehmen! Im Zug Sherlock Holmes lesen, um sich zwischendurch ein wenig Shakesspeare zu gönnen, und das ganze mit einer Runde Jules Verne abzuschließen. Toll! Ein bisschen Zukunftsluft schnuppern; ein kleiner Vorgeschmack auf ein Zeitalter, in dem sich Laptop, eBook, iPod und Handy auf einem Gerät vereinen, die ganze Welt ein einziges WLAN-Netzwerk ist und Bücher gleich digital auf Google Books erscheinen.

Apropos WLAN: Das tolle an der 100 Classic Book-Collection ist auch, dass sich über die WiFi-Connection noch mehr Bücher runterladen lassen, hat man die 100 mal gelesen. Ich glaube ich muss mir das sofort, umgehend, jetzt gleich bestellen. Auch wenn mein alter Nintendo DS der ersten Generation so ein mies beleuchtetes Display hat, dass man ihn bei Tageslicht nicht benutzen kann, aber das ist eine andere Geschichte. Und im Zug ist es sowieso meist ein wenig schummrig.

Wer sich dafür interessiert, das sind die 100 Klassiker: Zeigs mir!

Eine Nebenbemerkung am Rande:  Es ist hochinteressant zu sehen, wie im Moment (‘Hoch’-)Kultur und (Hochschul-)Bildung in alle Bereiche der Populärkultur wandern – da finden sich plötzlich literarische Werke auf einer Handheld-Spielekonsole, Hochschulvoträge auf dem mp3-Player dank dem Projekt iTunes U, und Uni im Kino macht den Lichtspielraum zum Hörsaal. Eine Demokratisierung und Mobilisierung von Bildung sozusagen. Toll!

Literarischer Winter

Jetzt fange ich auf meine alten Tage schon an, Gedichte zu schreiben… na was solls, ich habe keine Geheimnisse vor meinen geneigten Lesern.

Der letzte Winter

Eine Schneeflocke
Eine Schneeglocke
Ein Schneeflockenglockenspiel
Klirrt und klingelt und klimpert.

Hört hört sage und schreibe ich
Denn vielleicht
Fällt nicht mehr viel.

Der Sommer überwintert.
Der Winter? Versommert.

Schrödingers Katze und das Universum von nebenan

Schon komisch… manchmal ist es echt schwer, zwischen selektiver Wahrnehmung, purem Zufall und Zufall, der schon so unwahrscheinlich ist, dass man es Schicksal nennen könnte, zu unterscheiden.

Ich habe schon vor Jahren irgendwo aus dem Sperrmüll ein Buch gerettet (ich kann einfach nicht sehen wenn jemand Bücher wegwirft, das ist für mich irgendwie Frevel), habe es aber bisher nie gelesen. Es heißt Schrödingers Katze, Das Universum nebenan von Robert A. Wilson und heute habe ich zum ersten Mal einen Blick reingeworfen, und ich finde es ganz herrlich, wundervoll abgedreht, non-linear, voller Anspielungen, fragmentiert, zerrissen – Postmoderne in Reinform.

Nun muss ich ausholen. Schrödingers Katze nennt sich ein Gedankenexperiment vom gleichnamigen österreichischen Physiker aus dem Jahre 1935, das die “Unvollständigkeit der Quantenmechanik demonstrieren [will], wenn man vom Verhalten subatomarer Systeme auf das makroskopischer Systeme schließen will”  (Wikipedia). Dabei stellt man sich eine Katze vor, die in einem von außen nicht beeinflussbaren oder einsehbaren, abgedichteten Behälter eingeschlossen ist. Außerdem befindet sich ein irgendwann zerfallender Atomkern in der Anordnung, den Zeitpunkt weiß man nicht genau. Zerfällt es, aktiviert ein Geigerzähler eine Vorrichtung, die Giftgas entlässt, das die Katze tötet. Und dann würde folgendes passieren:

Gemäß der Quantenmechanik befindet sich der Atomkern nach Ablauf der Zeitspanne im Zustand der Überlagerung (noch nicht zerfallen und zerfallen). Demnach sollte sich, wenn die Quantenphysik auch auf makroskopische Systeme anwendbar wäre, auch die Katze im Zustand der Überlagerung, also lebendig und tot, befinden. Diese Schlussfolgerung erscheint zunächst paradox und wird in der „Kopenhagener Deutung” wie folgt interpretiert: Beim Öffnen des Raumes und Beobachtung (Messung) springt der Atomkern, der sich zuvor im Zustand der Überlagerung befand, in einen der möglichen Zustände. Grund dafür ist, dass die Wellenfunktion, die den Überlagerungszustand des Teilchens bestimmt hat, im Moment der Beobachtung kollabiert. Erst bei der Messung durch einen bewussten Beobachter entscheidet sich also, ob die Katze tot oder lebendig ist. Vor der Messung kann keine Aussage über den Zustand der Katze getroffen werden. Vertreter der Ensembletheorie würden sich auf eine Gesamtheit von Systemen beziehen (also mehrere Kästen mit Katzen): Nach einem bestimmten Zeitintervall sind dann die Hälfte aller Katzen tot und die andere Hälfte lebendig. Hier greift das empirische Gesetz der großen Zahlen, d. h. je öfter man dieses Experiment durchführt, desto mehr nähert sich die relative Häufigkeit der theoretischen Wahrscheinlichkeit an.

(Wikipedia)

Und nun zum Punkt: Genau heute, da ich zum ersten Mal meine Nase in das Buch mit dem Titel “Schrödingers Katze” werfe, ist auch in der Dr. House-Folge, die ich heute geguckt habe, eine Anspielung darauf (Season 4, Episode 2: “The Right Stuff”). Da sagt nämlich Wilson: “No, but since she’s not a dead cat it’s scientifically impossible for her to be in two places at once.” Und dann heißt Wilson ja auch noch Wilson, also genauso wie der Typ, der mein Buch geschrieben hat. Und da frage ich mich: Kann das noch Zufall sein?!? Oder ist das ein Zeichen dafür, dass Schrödingers Katze wirklich existiert und nun versucht, die Weltherrschaft an sich zu reißen?? Muahahahaha… *schnurr*

Das leidige Lesen l**** Literatur

Eigentlich wollte ich in der Überschrift eine tolle Alliteration vom besten geben, aber irgendwie gibt es kein positives Adjektiv im Sinne von fantastisch, toll, spannend, fesselnd das mit dem Buchstaben L anfängt. Zumindest finde ich keins.

Aber das macht ja nichts. Ich habe fast nicht geschlafen, da ich gestern Nacht und heute unbedingt die letzten paar hundert Seiten von Ken Folletts “Die Säulen der Erde” fertiglesen musste. Ich kann dann einfach nicht aufhören, ich muss dann zu Ende lesen. Lesen ist zwar irgendwie ein gesellschaftlich sehr angesehener Zeitvertreib, der aber ebenso Sucht und Weltflucht sein kann wie ein Computerspiel, Film, oder manches Fernsehprogramm.

Nun bin ich müde. Habe beim Hockey heute wieder menschliche Zielscheibe Deluxe gespielt, und mir diverse blaue Flecke, zwei Bälle ins Gesicht und einen lustigen kleinen Bluterguss abgeholt. Spaß gemacht hats natürlich trotzdem, hab auch ein Tor geschossen. Ha. Wenn ich eine Katze wäre, würde ich mir jetzt meine Wunden lecken gehen. Aber ich geh einfach ins Bett.

Der Satyr und die Elfe

Das Wetter ist ja nach wie vor traumhaft, aber irgendwie hat mir die Sonne heute mein Gehirn getrocknet. Zumindest herrscht im Moment eine große, kuschelige, warme Leere in meinem Kopf. Deshalb gebe ich jetzt einfach wieder, was mich in meiner Lieblingsvorlesung zur Literatur des 18. Jahrhunderts heute in höchstem Maße amüsiert hat. Es ging um die Etymologie von “Satire”, und in einem kurzen Exkurs zum Gestalt der “Satyrn” wurden letztere folgendermaßen beschrieben:

“(…)die kleinen Männchen die sich hinter Büschen verstecken und die Elfen umhumpeln.”

Genial oder? Und dafür braucht Wikipedia ganze 1696 Wörter auf vier Seiten, dabei geht es doch viel kürzer. Allein in dem Ausdruck “Elfen umhumpeln” ist doch schon fast alles gesagt, was man über einen Satyr wissen muss. Ich liebe diesen Professor.