Tag Archive for Japan

Total sinnfrei: Der Spülbürstenjodler

Wer hat nur Dir das Jodeln beigebracht heißt einer der Erfolgstitel vom japanischen Jodelkönig Takeo Ischi, der zwar jodeln, aber keine Musikvideos drehen kann. Zumindest keine, die in deutschen Augen Sinn machen, die aber gerade deshalb so lustig sind. Wie der Klarinettenmuckljodler (man achte besonders auf die Stelle bei 1:20):

Wer dieser wundervollen Freizeitbeschäftigung ebenfalls nachgehen möchte und auch einmal ungehemmt mit Spülbürsten um sich werfen will: Hier gibts einen Online-Jodelkurs. Auf Englisch, Spanisch und Deutsch, über zehn Schwierigkeitsstufen, vom blutigen Anfänger bis zum Yodel-Yoda. May the Schwartz be with you!

Webkunst – Digital Art zum mit- und selbermachen

Jüngst im SZ-Magazin und von Mila empfohlen, und sowohl ein Augenschmaus für Design-Liebhaber als auch für verspielte Frohnaturen: yugop.com vom japanischen Designer Yugo Nakamura. Hier kann man sich wirklich einmal treiben lassen, wie auf einer Luftmatratze im Meer der unbegrenzten Möglichkeiten des Webs herumpaddeln. Der Sandstrand unter den Internetseiten, sozusagen. Mein Favorit unter den aktuellen Sachen ist übrigens “01 : BORDER” – einfach mal ausprobieren. Viel interessanter ist aber eigentlich das ausufernde Archiv, da habe ich auch mein bisheriges Lieblingsstück an Web-Art entdeckt: Hier und dann die Nummer 16, “Line X 50″. Das macht so Spaß, und man möchte am liebsten gleich einen Print-Button dazu und sich diese flüchtigen, zarten Liniengebilde für immer konservieren. Aber das ist ja auch das schöne, man kann es immer wieder neu machen. Das und viele andere Kunststückchen.

Nur den Sound-Off-Knopf habe ich noch nicht gefunden, das Gepiepe macht mich nämlich total panisch (wahrscheinlich weil mein Virenscanner ein ähnliches Geräusch bei einem Warnversuch macht und es einem Besetzt-Zeichen am Telefon ähnelt). Aber das tut dem Vergnügen keinen Abbruch – wenn man es gar nicht mehr aushält, einfach ins Archiv abtauchen!

Zuviele gute Gründe um Geld auszugeben

Heute habe ich eine Webseite entdeckt, die ich besser hätte nie entdecken sollen. Den Hello-Kitty-Online-Shop. Unglaublich! Ich könnte stundenlang drin stöbern und vor allem, unendlich viel Geld ausgeben, theoretisch. Laut Wikipedia hat Sanrio mit Hello Kitty inzwischen die sogenannten Kidults (aus Kids und Adults) explizit als Zielgruppe entdeckt, also “Erwachsene, die kindliche Verhaltensweisen und Vorlieben bewusst beibehalten”. Aha!

Auch interessant: Der Skandal um den Hello Kitty-Vibrator, der sogar offiziell von Sanrio lizensiert war. Was ebenfalls manchmal unglaublich ist, welche satirische Photoshop-Blüten der Hello Kitty-Kult manchmal hervorbringt. Ein paar der schönsten hier:

Deja Vu?

Das ist ein seltsames Gefühl. Da leihe ich mir eine DVD aus beim Verleih, und etwa bei Minute 20 des Films kommt mir manches so bekannt vor. Bilder und Szenen poppen vor meinem geistigen Auge auf. Ich habe weitere 10 Minuten gebraucht, um zu schnallen, dass ich nicht einen ähnlichen Film schonmal gesehen habe, dessen Titel mir nicht einfallen will, sondern genau den Film, den ich gerade vor mir laufen habe. Und zwar inzwischen schon gute 30 Minuten.

Wieso leihe ich mir einen Film aus, den ich schonmal gesehen habe? Oder habe ich nur einen Teil davon irgendwann mal im Fernsehen gesehen, aber eben nur einen Teil, und konnte mich deshalb nicht mehr an den Anfang und Schluss des ganzen erinnern? Habe ich es auf deutsch gesehen und im englischen Original gar nicht sofort erkannt? Ich bin verwirrt.

Der Film war übrigens Godzilla von 1998. Von dem ich übrigens auch durchaus das japanische Original von 1954 empfehlen kann, welches ein wunderschönes Filmposter hat:

Hier wird nicht einfallslos das Militär bemüht, nein, hier wird die drittschönste Geheimwaffe der Filmgeschichte eingesetzt, der Oxygen Destroyer (könnte heutzutage auch ein Waschmittelzusatz sein). Die zwei besten Geheimwaffen stammen natürlich aus Barbarella von 1968. Zum einen die Excessive Machine, ein frühes Orgasmatron, und zum anderen der Positronic Ray, die furchtbarste Waffe im pazifisierten Universum des Jahres 40.000. Beides erfunden vom bösen Wissenschaftler Durand Durand. Doch nun genug! Barbarella gebührt ein eigener Eintrag.

>>> Play >>>

Irgendwie habe ich es befürchtet. Meine Blog-Kategorien sind ja alle recht spontan und unüberlegt entstanden, und sie folgen nicht gerade einer gordneten Systematik. Irgendwann werde ich sie wohl allesamt mal überdenken müssen, aber anyway: Nun bewahrheitet sich, dass die bisherigen Kategorien einfach nicht für alles genügen, was so in meinem Kopf herumschwebt und über was ich so schreiben möchte, deshalb gibt es heute eine neue Kategorie. Ich nenne sie mal (Netz)Spielchen und verwende das mal als Überbegriff für alles spielerische, was so im Netz sowie auch offline auf Konsolen, Handhelds und PCs herumkreucht und -fleucht.

Und ich beginne mit meinem Lieblingsbrowsergame, das schon seit Jahren diesen Status einnimmt und dort einsam an der Spitze steht. Auf der alten Seite hatte ich es verlinkt, aber heute gebührt ihm ein eigener Eintrag, zur Einweihung der neuen Kategorie passt ja das best browsergame ever recht gut.

Ich weiß leider den Namen des Games nicht, da ich nicht des japanischen mächtig bin (obwohl ich immerhin “Angenehm, es freut mich Sie kennenzulernen” auf japanisch sagen kann!). Aber das macht nichts. Es ist ganz einfach: Da ist dieses kleine Männchen, das versucht euren Mauszeiger zu fangen. Rechts oben tickt der Punkestand hoch, erwischt es euren Cursor, ist das Spiel vorbei – gelangt ihr mit dem Zeiger aus dem Spielfeld, fällt euer Punktestand wieder auf 0 zurück.

Entdeckt hat das Game vor etwa vier Jahren Kollege Budi, und es hat uns viele Stunden im GIGA eSports-Büro (nach Feierabend *hüstel*) versüßt, und es macht irgendwie sauviel Spaß, obwohl es so simpel ist. Man kann es einfach nicht lassen, immer wieder auf seinen Highscore zu schielen und nochmal einen Versuch zu starten. Ich war früher mal besser, da habe ich mir die Punkte aber nicht aufgeschrieben. In neuerer Zeit komme ich immerhin auf 1352, aber da geht noch mehr!

Hello Kitty und die Winkekatze

Heute einmal etwas unnützes Wissen aus dem Land der aufgehenden Sonne: Aus Japan kommen ja so viele tolle Sachen – Sushi, Kois, Mangas, Nintendo, und natürlich Hello Kitty und die Winkekatze. Letzteren beiden wollen wir einmal genauer auf die Pfoten schauen.

Wer schon einmal bei einem Asiaten zu Essen war oder in einem Asia-Shop exotische Spezialitäten gekauft hat, dem dürfte sie sicher schon einmal begegnet sein – die “Winke”Katze.

Sie heißt auf japanisch Maneki Neko und sie winkt vor allem gar nicht, auch wenn das für westliche Gemüter so aussieht. Vielmehr macht sie genau das Gegenteil: Sie winkt nicht im Sinne von “Auf Wiedersehen”, sondern sie lockt oder winkt herbei – im Englischen könnte man “beckoning cat” sagen. Das Missverständnis beruht darauf, dass die Geste für “herbeiwinken” in Japan genauso aussieht wie bei uns das Tschüss-Winken, während in westlichen Kulturen die Geste für “herbeiwinken” ja genau andersherum ist – also Handrücken nach vorne und dann die Finger anwinkeln (wir haben irgendwie kein gutes Wort für diese Geste). Deshalb gibt es inzwischen auch schon Maneki Nekos, die für den Export in westliche Länder mit dem Hand- oder eher Pfotenrücken nach vorne dargestellt werden.

Klassischerweise wird die Maneki Neko in Läden gestellt, um Kunden herbeizulocken und einzuladen in den Laden, sie soll Glück und Reichtum bringen. Inzwischen hat sie sich aber zu einem Symbol für Glück auch außerhalb der Geschäftswelt gemausert und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Es gibt sie in allen möglichen Formen, Farben, mit unterschiedlicher Körperfülle, Acessoires und Gesten. Den schönsten Überblick über die unterschiedlichen Bedeutungen der süßen Miezen habe ich HIER gefunden.

Aber wie enstand eigentlich die Legende um die Maneki Neko? Es ranken sich viele unterschiedliche Geschichten um die Entstehung der “Lucky Cat”, aber die gemeinhin bekannteste ist (stark gekürzt, in eigenen Worten) die folgende:

In einem Tempel der Edo-Zeit (ca. 17. Jahrhundert) lebte ein sehr armer Priester in einem Tempel. Er hatte eine Katze mit dem Namen Tama, für die er trotz seiner so ärmlichen Verhältnisse immer sorgte. An einem Abend herrschte ein starkes Gewitter, es war grausig kalt, den Priester überfiel schreckliche Verzweiflung, und er weinte bitterlich. Tama wusste nicht, was sie tun sollte, und setzte sich an den Eingang des Tempels, um sich erst einmal ganz nach Art der Katzen zu putzen.

Zur selben Zeit suchte ein sehr reicher Mann unter einem großen Baum in der Nähe des Tempels Schutz vor dem tobenden Gewitter. Da sah er durch den strömenden Regen die sich mit den Pfoten das Gesicht putzende Katze, und er konnte sich nicht helfen, aber es sah für ihn so aus, als würde ihn die Katze zu sich winken. Er war so verwirrt von der heranwinkenden Katze, dass er dem winken folgte und zum Tempel ging. In dem Moment schlug ein furchtbarer Blitz just in dem Baum ein, unter dem der reiche Mann gerade noch gestanden hatte. Der Baum ging in Flammen auf, und der Stamm zerbarst in viele brennende Stücke.

Der reiche Mann war so dankbar für sein Leben, dass er den Priester in dem Tempel reich beschenkte, und er brachte viele seiner reichen Freunde zum Tempel, in dem der Priester mit seiner Katze Tama bald in Glück und Wohlstand leben konnte. Nach ihrem Tod bekam die Katze ein steinernes Denkmal, dargestellt mit erhobener Pfote – der Geste, mit dem sie dem reichen Mann das Leben gerettet und ihren Priester von der bitteren Armut befreit hatte. Darauf begannen sich viele Leute ebenfalls eine Maneki Neko in ihr Heim und ihre Läden zu stellen.

Und was hat das nun mit Hello Kitty zu tun? Naja, “Hello Kitty” ist angeblich nur eine allzu wörtliche Übersetzung von “Maneki Neko” – was ja in etwa “Welcoming Cat” bedeutet. Und die Ähnlichkeit ist ja auch nicht zu übersehen:

Für die ganz speziellen Fans von Hello Kitty gibt es übrigens in Japan ein Kostüm für die eigene Katze, für rund 160$. Mit Videoanleitung. Das sieht dann so aus:

Also, wenn ihr das nächste Mal mit dem Schwarm beim Japaner seid, habt ihr auf jeden Fall so einiges zu erzählen, wenn da eine Winkekatze rumsteht. Und spätestens das Hello Kitty Kostüm wird dem Angebeteten/der Angebeteten mächtig imponieren!