Tag Archive for Fussball

58, 59, 60!

Ich bin ja jetzt kein Wahnsinnsfußballfan, aber den Sechzgern heute in der hellblau beleuchteten Allianz-Arena habe ich den 2:0-Sieg gegen die Duisburger Zebras voll gegönnt. In der Allianz-Arena habe ich heute auch rausgefunden, dass es mit Krücken gar nicht so einfach ist, Rolltreppe zu fahren. Und jetzt bin ich müde. Also gute Nacht.

Männlein – Weiblein

Gestern hatte ich mein Einführungstraining bei McFit. Der Trainer war sehr nett und knuffig und sehr lustig, und wir haben gerade an dem McFit-Terminal meinen Trainingsplan zusammengestellt. Da füllt man am Anfang erst mal ein paar allgemeine Daten aus. Welche Sportarten ich denn so mache, fragt er. Na eigentlich spiel ich Unihockey/Floorball, sag ich, aber das gibts hier nicht zur Auswahl, nimm einfach Fußball, kommt auf dasselbe raus. Verletzungen? Vorderes Kreuzband, sag ich. Ob ich Bauch-Beine-Po-Extra-Training will. Ich brauch nur Beine, sag ich, also nein. Fettabbau? Ist mir egal, sag ich, ich brauch nur Muskulatur um nach der OP möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen.

So, dann bekommt man nochmal eine Zusammenfassung aller Daten, die dann war:

Sportarten: Fußball
Verletzung: Vorderes Kreuzband
Alter: 26
Bauch-Beine-Po: Nein
Fettabbau: Nein

Da sagt er: Na also sowas… Fußball, vorderes Kreuzband kaputt, kein Bauch-Beine-Po-Training, kein Fettabbau – du musst ein Mann sein!

So wie man denkt, so kommt es nie

Tja. Irgendwie hatte ich mir den Abend anders vorgestellt. Irgendwie lief die Sache nicht so wie sie sollte.

Was nützt ein Plan ist er auch noch so schlau, er bleibt doch immer Theorie,
Und nur das eine weiß man ganz genau, so wie man plant und denkt,
so kommt es nie.
(Elisabeth)

Nicht ein einziges Tor um wenigstens mal für ein paar Sekunden jubeln zu können. Nichts. 90 Minuten liefen an mir vorbei wie Wasser in den Gulli. Mir standen Tränen in den Augen.

Porca miseria. Va’a farti fottere!

Hockey-Wehwechen und mein EM-Outfit

Das tolle an Unihockey-Bällen ist ja, dass man sich damit fast nicht wirklich wehtun kann. Das ist ein Unihockey-Ball:

Der ist also hohl, und wenn man den mit voller Wucht über die Wade gedonnert bekommt, zieht das zwar kurz, aber die Flecken die davon bleiben sind meist recht harmlos, sie werden selten blau und sind meist nur durch winzige, rote Punkte zu erkennen. Meist noch mit einem lustigen Lochmuster vom Ball, das einem schon manchmal entgenblinzeln kann wie ein Smiley im fertig ausgebildeten Fleck.

Jetzt habe ich aber inzwischen die nächste Stufe der Ballabdrücke erreicht, die sich schon zwei- oder dreimal überlagern. Und weil ich mich im Tor immer auf das linke Knie werfe ohne Schoner:

Aber ich bin ja ein harter Knochen. Und weil ich grade so guter Dinge und sportbegeistert bin, hier noch mein EM-Outfit:

Das ist ja nochmal gutgegangen

Puh. 1:0 gegen Österreich. Immerhin, Viertelfinale.

Abgesehen von den harten Fußballfakten war das für mich das amüsanteste Spiel das ich jemals gesehen habe, aufgrund folgender Begebenheiten:

  1. Der Blick auf Jogi Löws Gesicht als die Pfeife Gomez am Anfang die sichere Chance versemmelt hat. Löw sah aus wie eine Kreuzung aus Känguru und Frosch den grade der Blitz getroffen hatte. Wirklich! Man sieht noch wie sich eine Geste des Triumphs gerade anbahnt angesichts der sicheren Chance, und mitten drin friert Löw plötzlich einfach ein. Keine Bewegung des Entsetzens, der Wut oder Trauer, einfach eine Millisekunde vor der Triumphgeste stehengeblieben und dann nicht mehr bewegt. Was hab ich gelacht, dieser Blick war unbezahlbar!
  2. Als einer der Österreicher vor Wut und Frustration plötzlich im Aus den Fußball hochnimmt und reinbeißt. Einfach in den Lederball beißt. Unglaublich.
  3. Der Eklat zwischen Löw und Hickersberger, der dazu führte, das Löw erst mal mittem im Spiel einen Platz auf der vollen Tribüne finden muss, dabei gleich mal der Kanzlerin Hallo sagt, und dann zwischen einem debil grinsenden Schweinsteiger und einem adretten Bierhoff sitzen bleibt. Und erst mal Smalltalk mit den Sitznachbarn eine Reihe unter ihm hält.
  4. Dass die gute Frau Merkel ausgerechnet dann abgelichtet wurde, als sie vor dem entscheidenden Freistoß von Ballack gerade ihr Handy aus der Tasche zog. Und beim darauf folgenden Torjubel, als sie das Handy gerade wieder in der Jackentasche verschwinden ließ. Und beim Schlusspfiff, den sie leider etwas verspäter mitbekam.

Ich fands jedenfalls traumhaft, ich konnte manchmal vor Lachen gar nicht aufs Spiel achten. Aber das war eh Nebensache. Vielleicht nicht die schönste Nebensache der Welt, aber immerhin.

Ein Sommermärchen – Nur für wen?

Noch etwa sechs Stunden, und sowohl in Deutschland als auch in Österreich werden die Uhren stillstehen, die Straßen wie leergefegt sein und alle Leute ihre Augen auf einen kleinen weißen Lederball richten. Heute steht die Entscheidung an, ob entweder Österreichs Sommermärchen in Erfüllung geht, oder Deutschland ein Sommeralptraum erspart bleibt. Ich werde mich natürlich standesgemäß in mein deutsches WM-Trikot von 1990 werfen und einem Sieg für das deutsche Team entgegenfiebern beziehungsweise -bangen. Aber das eigentlich schöne dabei ist, dass ich – mit Österreich als Heimat meines Herzens – mich freuen kann, egal wer am Ende gewinnt. Ich würde es den Österreichern als vollkommener Underdog auch irgendwie total gönnen, dass sie es reißen heute und am Ende auch mal den EM-Pokal in Händen halten dürfen. Dass die Österreicher “keine Stürmer im eigentlichen Sinne” haben, wie der Radio Jump-Fußballexperte heute erläuterte, und den Ball also nur über die Torlinie hinübernudeln können, macht sie auch irgendwie nur sympathischer.

Naja, ich bin jedenfalls gespannt und freue mich auf das Spiel, ich bin zwar nicht gerade ein Fußballexperte, aber eben einer von diesen partialemotionalen EM/WM-Mitläufern. Wenn Fußball zum kollektiven Fest wird, bin ich dabei!

Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter schön bleibt, schließlich wurden am Samstag ja schon 19 Fußballtrainer auf einmal in Ostwestfalen vom Blitz getroffen, und zwar nicht von einem Blitz der Inspiration, wie er durchaus zu wünschen wäre für die deutsche Mannschaft heute, nein, ein echter Blitz, der die anwesenden Fußballtrainer im Rahmen eines Lehrgangs in “ein helles blaues Licht gehüllt” hat. Nicht dass am Ende noch Gebrauch gemacht werden muss von der Fußballurne, die ein Wiener Bestattungsunternehmen zur EM auf den Markt gebracht hat. Den Vorwurf der Pietätlosigkeit hat das Bestattungsunternehmen übrigens damit kommentiert, dass in Deutschland ja auch Särge mit den Vereinsfarben bemalt werden dürfen.

Wie dem auch sei, packt das Nutella ein, heute Abend gehts rund, und für irgendwen wird es schon in Erfüllung gehen am Ende, das Gummibärchen, pardon, Sommermärchen.