Tag Archive for Fernsehen

Fernsehen, wo bist du hin?

Mein Fernsehen ist weg. Es hat sich verabschiedet. Es ist einfach weg! Ich schalte den Fernseher ein, wie immer sich bewegende, tönende, bunte Bilder erwartend – aber nichts! Nur ein farb- und tonloses Rauschen, wohin ich auch schalte. Von einem Tag auf den anderen, gestern war mein Fernsehen definitiv noch da. Wie kann das sein? Das Antennen-Kabel steckt auf der einen Seite im Fernseher, auf der anderen Seite in der Antennen-Dose in der Wand. Da kann doch gar nichts kaputt sein auf dem kurzen Weg. Mein Fernseher auch nicht, der ist noch keine sieben Jahre alt.

Hilfe! Fernsehen, wo bist du? Komm zurück! Mag ja sein, dass ich dich im Zeitalter der neuen Medien etwas vernachlässigt habe, aber trotzdem habe ich dich doch immer mit Würde altern lassen – bitte finde wieder durch die Kabelkanäle zu meiner Mattscheibe, bekommst auch einen Keks!

Unnützes Wissen (I): Professor Farnsworths Namensgeber

Good news everyone! Wer Futurama kennt, kennt ihn: Professor Hubert J. Farnsworth. Nun wollen wir mal sehen, woher der Name Farnsworth kommt:

Philo Taylor Farnsworth (August 19, 1906 – March 11, 1971) was an American inventor. He is best known for inventing the first completely electronic television. In particular, he was the first to make a working electronic image pickup device (video camera tube), and the first to demonstrate an all-electronic television system to the public.

Also eine weitere Referenz im postmodernen Wurzelgeflecht der Anspielungen und Andeutungen. Und der junge Hubert J. Farnsworth sieht sogar ein bisschen aus wie Philo T. Farnsworth:

Professor Hubert J. Farnsworth

Neue Modelle braucht das Fernsehen

Ich frage mich, wieso jetzt das Fernsehen nach der Musikindustrie die Zeichen der Zeit nicht erkennt und kein vernünftiges Modell zustandebringt, das den heutigen Sehgewohnheiten (zumindest der bis 39jährigen) entspricht. Gerade Fernsehserien werden schon so oft über das Internet geguckt, dass die übliche Quotenmessung wirklich überhaupt nicht mehr aussagekräftig ist. Ob wie hierzulande die GfK oder in Amerika die Nielsen-Ratings – diese altertümliche Messungen entsprechen nicht mal mehr ansatzweise der Realität, wieviele Zuschauer eine Serie zum Beispiel wirklich hat, da andere Verbreitungswege als das klassische Fernsehen ja gar nicht mitzählen. Was dazu führt, dass Serien, die junge Leute lieben und schauen wie blöde (nur eben nicht per klassischem Verbreitungsweg), abgesetzt werden, weil die Quote zu schlecht ist – obwohl die Quote auf anderem Messweg ganz anders ausgesehen hätte. Und irre ich mich, oder sind nicht gerade die 14 bis 39jährigen die Kernzielgruppe, auf die es die meisten Sender abgesehen haben? Gerade in dieser Gruppe gibt es sicher überdurchschnittlich viele, die nur mehr sehr selten das normale Fernsehprogramm konsumieren, und gerade diese Gruppe wird durch die unzeitgemäße Quotenmessung komplett falsch repräsentiert.

Bevor jetzt diese Gruppe kriminalisiert wird, da sie vor allem illegal im Internet amerikanische Serien guckt, ein paar Punkte, wieso das so ist: Wir gehen jetzt mal von den 20 bis 35jährigen in Deutschland aus. Mit der globalen Sprache des Internets, Englisch, gut vertraut, und anspruchsvoll, will sich diese Gruppe keine deutsche Synchronisation mehr gefallen lassen, die ohnehin meist nur den Humor der Serie komplett vernichtet. Das liegt auch gar nicht an der Qualität der Synchronisation oder der Sprecher, sondern schlicht und einfach daran, dass vor allem Wortwitz – wie er oft in solchen Serien vorkommt – nun mal nicht übersetzbar ist. Außerdem will man nicht monatelang warten, bis die Episoden aus Amerika endlich ins deutsche Fernsehen kommen. Da sind Serien ja schon in den USA nach der zweiten Staffel abgesetzt, bis überhaupt mal der Pilot bei Pro7 kommt – und mit DVDs ist es dasselbe. Keiner will solange warten, Serien zu schauen, bis irgendwann mal die DVD kommt. Aus diesen Gründen scheidet also der klassische Vertriebsweg, der Fernseher, also schonmal komplett aus. Ganz generell hat diese Gruppe keine Lust mehr, sich von den Programmdirektoren diktieren lassen zu müssen, wann sie etwas schauen zu haben – sie wollen selbst entscheiden, wann sie etwas schauen.

Bleibt das Internet. Da gibt es zaghafte Möglichkeiten, bei den amerikanischen Netzwerken direkt auf deren Webseite gucken zu können – die haben dann dadurch auch die Chance, bessere Quoten zu errechnen, wenn sie die Downloads/Views der Serienepisode in ihre Ratings miteinbeziehen. Das geht aber nur, wenn man an einem Rechner sitzt, der in den USA steht. Kommt also auch nicht in Frage für deutsche Serienliebhaber. Dann bleibt noch iTunes oder das Angebot von Amazon, sich einzelne Folgen zu laden – aber das ist ja sowas von überteuert, das funktioniert nicht. Bei 3 Euro pro Folge ist die Schmerzgrenze schon lange überschritten. Wenn man alle Folgen so guckt, kann man sich von dem Geld ja die DVD dreimal kaufen. Und wenn man Fernsehen schaut, zahlt man ja auch nichts – da gibt es Werbung.

Also, wieso gibt es nicht eine Möglichkeit, Serien im Original werbefinanziert zu gucken? Von den Netzwerken direkt, legal? Ohne illegale Downloads, ohne kuriose chinesische Seiten, ohne Viren. Dafür mit exakterer Quotenmessung als je zuvor, ein großer Pluspunkte für die Netzwerke. Muss man auch nicht teuer an Nielsen zahlen, nur um dann eine ungenaue, komplizierte Hochrechnung zu bekommen. Ein Blick auf den Viewcounter, schon haben die Sender ihre exakte Zuschauerzahl. Internetwerbung ist nicht so lukrativ? Gut, ich glaube viele Serienliebhaber sind ja durchaus bereit dafür zu zahlen, ihre Serien zeitgleich mit den USA und im Original sehen zu können. Es fehlt nur an einem vernünftigen Konzept. Wie zum Beispiel ein Serien-Abo-Channel. Sagen wir, dort kann man eine oder zwei oder fünf Serien seiner Wahl abonnieren. Man kann dann immer und jederzeit jede Episode seiner ausgewählten Serien schauen, und zahlt dann dafür eben 4 oder 5 oder 10 oder 15 Euro im Monat. Irgendwas in der Richtung eben.

Ich glaube, hier wird genau die Gruppe zwangskriminalisiert, die ja eigentlich als Liebhaber einer Serie die begehrtesten Zuschauer seitens der Netzwerke wären. Treu, jung, gebildet, Merchandise kaufend, wohlhabend. Ein Traum jeder zielgruppenorientierten Werbung. Ich würde übrigens sofort How I Met Your Mother, Pushing Daisies und House M.D. abonnieren. Pushing Daisies, das übrigens im Internet heißbegehrt war und nach der zweiten Staffel wegen zu schlechter Quote abgesetzt wurde…

Blalileo – Was für ein Schund

Mann o mann. Galileo ist so ein abgrundtief schlechtes Schundmagazin, das ist echt nicht mehr feierlich – die Beiträge sind ja sonst schon keine Glanzleistungen, aber die Ausgabe heute, das ging wirklich gar nicht mehr. Wer einmal bei Galileo beziehungsweise für die Produktionsfirma gearbeitet hat, kann eine seriöse journalistische Karriere für die Zukunft doch echt an den Nagel hängen. Ohne Witz, bevor ich so dummes Zeug produzieren muss, wie die jeden Tag in die ohnehin verwahrloste Fernsehlandschaft blasen, da werde ich vorher Straßenmusikant. Und ich spiele noch lange nicht gut genug Gitarre, als dass ich davon leben könnte.

Zuerst dieser Beitrag mit der vom Prinzip her gar ja nicht dummen Idee,  Internetvideos darauf zu überprüfen, ob sie echt oder gefakt sind. Aber wie das überprüft wird – dümmer gehts nicht. Heute waren es die Unihockey-Trickvideos, über die ich schonmal geschrieben habe (ist das schon lange her, fällt mir gerade auf). Dann fällt diesen Honks erstmal nichts besseres ein, als Hallenhockeyspieler zu fragen, obwohl man doch auf den ersten Blick sieht, dass das in den Videos ganz andere Schläger und ein ganz anderer Ball ist. Man könnte ja auch mal nicht ganz so dumm tun und ein wenig recherchieren vorher, oder hey, vielleicht mal die Beschreibung oder den Titel des YouTube-Videos lesen?? Oder ist das schon zu viel journalistisches Grundwissen, was beim lesen verlangt wird? Nein, da muss man sich minutenlang Hallenhockeyspieler anschauen, die mit ihren mickrigen Schlägern gezwungen werde, die Tricks zu probieren. Was natürlich nicht funktioniert – wie jeder Zuschauer, der geistig anwesend ist, wohl schon beim Zeigen der Videos gesehen hat, dass das keine Hallenhockeyschläger und auch keine Eishockeyschläger sind. Oh, vielleicht gibt es noch andere Arten von Hockey, hm? Aber auf die Idee ist man bei Galileo nicht gekommen, wa? Arrrrggh.

Und direkt hinterher, der obligatorische Beitrag zum Amoklauf in Wenningen. Der aber gar kein Beitrag zum Amoklauf in Wenningen war, sondern ein Beitrag zum Amoklauf in Erfurt 2002, der kurzerhand, um schnell auf den Amokquotenboomzug mitaufzuspringen, aus dem Archiv gegraben wurde. Vorne und hinten nur mit einem neuen Offtext besprochen – so macht man also bei Galileo alte Beiträge aktuell, aha (schließlich war die Games Convention in dem Beitrag ja schon im August 2008). Abgesehen davon wird in diesem Beitrag alles Mögliche bunt durcheinandergewürfelt, was allein für sich genommen schon ein heikles Thema wäre. Aber nein, Galileo schafft es, gleich mehrere brisante Themen, die an und für sich gar nichts miteinander zu tun haben, in einem einzigen Beitrag so zu verwursten, als hätten sie etwas miteinander zu tun. Zuerst wird so getan, als ginge es um die Gründe für den Amoklauf in Erfurt, dann geht es plötzlich um ‘Killer’-spiele als den Grund für den Amoklauf. Ich will jetzt nicht die ganze Diskussion neu runterbrechen, aber halloooo, inzwischen ist es doch auch bei den meisten Medien- und Politikmachern angekommen, dass das totaler Dünnpfiff ist, einen Amoklauf auf Killerspiele zu schieben (das sollte doch auch irgendwann mal in den Köpfen der CSU ankommen, würde man meinen). Wobei ja sowieso noch nicht mal geklärt ist, was ein “Killerspiel” überhaupt sein soll – da wird dann munter mit so insiderhaft klingenden Begriffen wie Egoshooter um sich geworfen, was den ganzen schleimigen Brei von Beitrag auch nicht besser macht. Ach ja, und interessanterweise darf Galileo also aus ‘journalistischen’ Gründen noch weit vor 23 Uhr Szenen im Fernsehen aus Spielen zeigen, die keine Jugendfreigabe haben? Und noch schlimmer, als Beispiel für ein ‘Killer’-spiel dient natürlich ein Spiel, das in Deutschland schon indiziert, also verboten ist. Bravo! Clever argumentiert. Was soll das, wir machen den Leuten Angst vor ‘Killer’-spielen, damit sie bei den obligatorischen Verbotsforderungen nach jedem Amoklauf gleich laut “Dafür” schreien, zeigen als Beispiel für ein ‘Killer’-spiel aber ein Spiel, das in Deutschland schon lange verboten ist? Weil noch nie erschienen in Deutschland, weil es ja die USK gibt? Die USK, die das, was wirklich Killerspiele sind, ohnehin schon immer verbietet? Gnaaargh.

Ach ja, und von diesem Thema wechselt der Beitrag dann plötzlich zum Thema Computerspielsucht, um dann den Rest des Beitrags auch bei diesem Thema zu bleiben. O-Ton: “Es ist zwar nicht bestätigt, dass Robert Steinhäuser computerspielsüchtig war…” – aber lass uns trotzdem mal zu diesem Thema wechseln, weil es auch so schön Quote bringt? Obwohl Killerspiele außer dem Metier überhaupt nichts mit Computerspielsucht zu tun haben? Ein Beitrag über Computerspielsucht, das wäre ja ok. Aber ein Beitrag, in dem alles vermurbselt und wild herumgeworfen wird, was nur im entferntesten mit Computer- und Videospielen zu tun hat und dabei möglichst publikumswirksam ist – Pfui.

Bah, so Schund macht mich echt wütend. Leute, die gar nicht wissen, dass da so ein dummes Zeug gesendet wird, weil sie sich damit nicht auskennen, glauben diesen Mist am Ende noch. Galileo ist echt die Bild-Zeitung des Fernsehens. Oder eher schlimmer.

Das muss Liebe sein

Solche Initiativen bringt übrigens wirklich nur die GIGA-Community zustande:

Fan-Initiative will GIGA bei der ARD unterbringen

Vor knapp einer Woche überraschte Premiere mit der Ankündigung, den Gaming-Sender GIGA TV einzustellen. Da die Fans das Ende des Senders nicht einfach so hinnehmen wollen, haben Sie einen kühnen Rettungsplan entworfen: Die ARD soll das Format übernehmen (…).

Genau das war an GIGA und seiner Community so bemerkenswert und einzigartig. GIGA hat emotionalisiert. GIGA hat polarisiert. GIGA gegenüber konnte man nicht neutral sein, entweder man hat es abgöttisch gehasst oder abgöttisch geliebt, aber immer waren Emotionen im Spiel. Kein anderer Fernsehsender und keine andere Fernsehsendung wird jemals solche Fans haben, die bei der Roadshow in Stuttgart den Weltuntergang mitausharrten oder in Oberhausen durch ihre schiere Masse die Schwedengitter zum erzittern brachten.

GIGA war ehrlich. Wenn die Moderatoren das Spiel “Ponyhof 3″  scheiße fanden, haben sie das eben auch so gesagt. Ungeachtet der Konsequenzen, dass der Publisher des Spiels wohl weder so schnell wieder Werbung schalten noch andere Spiele zum rezensieren schicken wird. GIGA war zumindest ein letztes, kleines Stück Authentizität in der Fernsehlandschaft für Jugendliche. Bei GIGA fielen Kamerafrauen vom Sofa, Moderatoren vom Stuhl und Geburtstagstorten auf den Boden, das Licht ging mitten in der Sendung aus und der Feueralarm an, und die Moderatoren merkten auch mal gar nicht, dass die Sendung schon angefangen hatte.

Für diese Echtheit wird GIGA selbst nach einem so langen Kampf, so vielen Widrigkeiten und Schwierigkeiten im Programm- und Senderkonzept noch geliebt. So sehr, dass sogar zum bitteren Ende Rettungspläne geschmiedet werden, die so kühn sind wie von Captain Jack Sparrow höchstpersönlich…

GIGA wird ab- und eingestellt

So oft hat es mein geliebter ehemaliger Arbeitgeber GIGA geschafft, das Ende abzuwehren. Der Kampf ist verloren. Premiere essen GIGA auf, Finanzkrise essen Premiere auf. Ich bin geschockt, und ich bin auch einfach nur traurig. Von vielen Kollegen habe ich nur die eMail-Adresse und Handynummer aus der Arbeit, die es ja praktisch schon nicht mehr gibt, ich weiß gar nicht wie ich sie wiedersehen oder Kontakt halten soll.

Scheiß Finanzkrise! Deshalb das wundervoll-traurige Lied vom Ende, vom Ende des Kapitalismus. Von PeterLicht.

Jetzt hab ich Tränen in den Augen.

Fernsehen im Web: Arte+7

Traditionelles Fernsehen wird für mich zunehmend unattraktiver. Abgesehen vom abgrundtief desaströsen Niveau der meisten Sendungen und Sender gibt es einfach nicht mehr viel, was ich wirklich interessant finde. Außerdem will ich englische Fernsehserien und Filme im Original sehen, und vor allem will ich gucken, wann ich will, und nicht wann es mir das Programmschema vorschreibt.

Und genau deshalb gucke ich viel über das Internet. Meine derzeitige Lieblingsseite: Arte+7. Da gibt es viele Arte-Sendungen der letzten sieben Tage kostenfrei zu schauen – da ist meistens irgendwas nettes dabei, mal ein Kurzfilm, mal eine Philosophie-Sendung, mal Kulturklatsch. Dafür, dass diese Sendungen beim VOD-Angebot von Arte (nicht zu verwechseln mit Arte+7) dann auch mal 3,99 Euro kosten, ist das schon ein ganz nettes Angebot.

Auf jeden Fall eine Alternative, wenn im klassischen Fernsehen mal wieder der übliche Talk-Reality-Gerichts-Game-Wiederholungssuppenschlonz vor sich hinköchelt.

Wenn Männer kochen

Ich gebe zu, im der tristen Wüste der deutschen Fernsehlandschaft schaue ich immer mal wieder gerne DMAX, das selbsternannte Fernsehen für die tollsten Menschen der Welt: Männer. DMAX teilt seine Senderubriken in Motor, Tattoo, Adrenalin, Typen und Lifestyle ein. Interessanterweise verstecken sich dann hinter dem toughen, starken Wörtchen Lifestyle vor allem Kochsendungen – was man ja jetzt bei einem Fernsehsender für Männer nicht gerade erwarten würde.

Nun macht das natürlich auf den zweiten Blick irgendwie auch Sinn, schließlich sind ja so gut wie alle Star-, Fernseh- und Eliteköche Männer, während die Frauen anscheinend nur für die niederen 99,99 Prozent aller gekochten Gerichte zuständig sind und der gemeine Mann schon an einem Spiegelei scheitert.

Auffällig ist dann vor allem, was für ein Art Kochshow die Zielgruppe Mann in der Prime Time ansprechen soll. Da gibt es zum Beispiel Anthony Bourdain – Eine Frage des Geschmacks, also den Elite-Genießer, der sich die besten und teuersten Happen (männlicher) Köche weltweit zu Gemüte führt. Damit es ein bisschen männlicher wirkt, wird er immerhin als der “Rebell unter den Feinschmeckern dieser Welt” gepriesen. Dann hat DMAX da noch Gordon Ramsay, den “Chef ohne Gnade” in seiner “Höllenküche”, der sich vor allem deftige Schimpftiraden mit unfähigen Versagerköchen liefert. Das ist dann zwar manchmal unmenschlich, aber anscheinend nicht unmännlich. Für den obligatorischen Ekel-Faktor sorgt dann noch Der Alles-Esser – So schmeckt die Welt. Hier wird vom Fledermausflügel bis zum Meerschweinchengehirn nichts verschmäht was so kreucht und fleucht auf dieser Erde, und der von der modernen Gesellschaft verweichlichte Mann vor dem Fernseher kann bei diesem Anblick seine animalischen, blutigen, insektenbeinevertilgenden Urtriebe zumindest visuell wieder einmal ausleben. So kommt zumindest die Intention der Sendung rüber, ob das wirklich so ist sei mal dahingestellt.

Die einzige ‘normale’ Kochshow, der Koch für gewisse Stunden (Koch sucht sich Leute im Supermarkt und geht mit ihnen nach Hause um mitzukochen), läuft bezeichnenderweise kurz vor Mittag. Also zu einer Sendezeit, an der sowieso kein Mann zuhause vor dem Fernseher sitzt. Und sich nur ein paar bügelnde Hausfrauen auf DMAX verirren.

So spiegelt der Sender eigentlich wunderbar die Geschlechterverteilung in den Küchen dieser Welt wider – Männer in den (rebellischen, exotischen, ekligen, teuren oder einfach nur elitären) Profiküchen, Frauen in den Küchen zuhause oder im Supermarkt.

Nun kann man einem Fernsehsender für Männer ja keinesfalls vorwerfen, kein Fernsehen für Frauen zu machen. Aber manchmal würde mich das schon interessieren, wie hoch der Frauenanteil tatsächlich bei den DMAX-Kochsendungen ist. Ich werde sicher bald wieder einschalten…

Batfan

Der Batman-Fan, abgekürzt ‘Batfan’. In seiner vollen Ausprägung eine seltene Spezies. Wie zum Beispiel folgendes Exemplar: Der-/diejenige hat alle Batman-Sounds aus der alten TV-Serie katagolisiert und gelistet, in welcher Episode sie vorkommen. Und dazu jede einzelne der Onomatopoetika fein säuberlich abgelichtet.

Besonders schön auch der Fan, der selbst in die Rolle des Fledermausmanns schlüpft – oder in die Haut eines Schurken aus dem Batman-Universum (oder Robin, das war sowieso mein absoluter Liebling als ich noch klein war). Und davon auch Fotos online stellt. Wie zum Beispiel dieses hier:

Famos, famos kann ich da nur sagen. Unvergessen natürlich auch die historisch bedeutsamen Dialoge aus der Serie:

Joker: [laughing] Have a SNEEZE on me, Batman!
[Joker administers sneezing powder upon Batman, which has no effect]
Batman: No use, Joker! I knew you’d employ your sneezing powder, so I took an Anti-Allergy Pill! Instead of a SNEEZE, I’ve caught YOU, COLD!

Heiliges Kanonenrohr! Holy priceless collection of Etruscan snoods! 

Hach ja… Über was man nicht alles im Netz stolpert, wenn man für ein Referat über “Ideology & The Dark Knight” recherchiert…

Ach du meine Nase!

Heute stöbere ich mal wieder in meinem Kästchen der musikalischen Kuriositäten. Ich habe ja so ein kleines Fable für diese seltsame Musik aus den 90ern, Eurodance genannt. Einer meiner absoluten Favoriten: Sandmann’s Dummies Feat. Pitty Platsch & Schnatte-Rienchen – Ach du meine Nase:

Ach du meine Nase


Pitti Platsch und Schnatterinchen
waren diese lustigen Puppenfiguren aus dem DDR-Kinderfernsehen. Natürlich möchte ich euch den Song (auf meiner geliebten Just the Best Vol. 4) nicht vorenthalten, allerdings gibt es auf YouTube von diesem Meisterwerk nur eine geremixte Version, aber ich denke für einen ersten Eindruck sollte es genügen: