Tag Archive for Erlangen

Leider nicht gekommen um zu bleiben…

Wie ihr bestimmt wisst, ist das Audimax unserer Uni in Erlangen seit über einer Woche von Studenten im Zuge des allgemeinen Protests besetzt. Und ich muss mal ganz abseits der Forderungen bezüglich Bologna, Studiengebühren & Co. etwas loswerden:

Ich werde das besetzte Audimax als kommunikativen Ort vermissen, sobald die Proteste vorüber sind (wann immer das auch sein mag). Der ist nämlich wie ein großer Aufenthaltsraum in der Kollegstufe, den es sonst an der Uni ja so nicht gibt. Jeder kommt hin, wenn er Zeit hat, es gibt Kaffee (der mir gerade den Tag gerettet hat), man bekommt was zu essen, kann sich auch selbst was machen und seinen Becher abspülen, es ist ein transdisziplinäres Forum für studentische Initiativen und Gruppen aller Art, und gleichzeitig ist es noch ein kultureller Ort für Vorträge, Bands, gemeinsame Unterhaltungsaktivitäten. Es ist immer offen, der Ort ist immer für einen da.

Vielleicht funktioniert der Protest hier deshalb so gut, da die Uni endlich einen Raum für ihre Studenten (unfreiwillig) bietet, der über Bibliothek, Vorlesungsräume und Mensa hinausgeht. Ein Ort für alle, und für alles. Jeder ist immer willkommen. Ein Ort, der Gemeinschaft schafft. Ist es nicht bezeichnend, dass Studenten als Teil der Protestaktion angefangen haben (mehrere haben es auch geschafft), das Audimax (Bismarckstraße 1) als ihren Zweitwohnsitz anzumelden?

Ich werde das Audimax vermissen. Und das neue Gemeinschaftsgefühl unter den Studenten, das sich nach der Besetzung wieder in viele, kleine und – vor allem – voneinander getrennte Räume zurückziehen wird.

Ein Gespür für Schneeflöckchen…

Ich liebe den Winter. Und vor allem liebe ich Schnee. Es hat sich jetzt wieder einmal bestätigt, dass Schnee auch wirklich drei Tage im Voraus riechen kann. Am Montag habe ich allen erzählt, dass es nach Schnee gerochen hat, als ich nachmittags aus dem Fitnessstudio ins Freie trat. Und tatsächlich: Am Mittwoch die ersten Flocken in Nürnberg, und heute dicke Flöckchen in Erlangen.

Und erst die ganzen anderen Düfte des Winters: Ein Hauch heiße Maroni, Glühwein, Zimt, Lebkuchen. Und Schnee. Wunderschön!

Zurück aus der Hauptstadt!

Berlin war toll! Sehr seltsam, denn ich war bisher zwar schon ein paar Mal in Berlin, aber die Stadt hat mich nie so richtig überzeugt. Aber dieses Wochenende, da hat mich Berlin doch noch in seinen Bann gezogen! Die Schiffahrt über die Spree war wunderschön, die Kneipe an der Oranienburger Straße, an der es hunderte von unterschiedlichen Biersorten gab (ich habe mich für ein Zipfer entschieden), war ebenfalls sehr lustig, und vor allem das Viertel irgendwo zwischen Prenzlauer und Schönhauser Allee hat es mir voll angetan. Da gab es so wundervolle kleine Läden perfekt für meinen Geschmack, Second-Hand-Grusch, einen Fahrrad-Laden nur für Beach-Cruiser und viele schnucklige Restaurants! Ins Nachtleben wurde auch ein wenig hineingeschnuppert, nämlich in den Magnet Club zum poppourri. Und unglaublich viele nette Leute kennengelernt habe ich auch noch – hier noch ein Bild von unserer Truppe, von Marian:

Und dann kommt man zurück nach Erlangen und alles wirkt plötzlich viel… kleiner. Im Erlanger Nachtleben denkt man sich dann, hm, seltsam, in Berlin haben sie zwar genau dieselben Songs gespielt, aber dort klangen sie irgendwie anders. Besser. Aber ich kann mich nicht beschweren, Erlangen ist auch schön – nur der Kontrast zu Berlin fällt eben etwas heftig aus.

Geocachplosion!

Hat man einmal mit dem Geocachen angefangen, ist man überrascht, wie unglaublich voll davon die nähere (und auch fernere) Umgebung ist. Um das mal visuell darzustellen:

In Erlangen ist man grob geschätzt in Stadtmitte und Umgebung eigentlich nie mehr als 600 Meter vom nächsten Cache entfernt. Und man entdeckt immer wieder etwas neues, wenn man auf Tour geht: Gestern zum Beispiel habe ich bemerkt, dass Erlangen einen Aromagarten hat. Und dass jeder (!), wirklich jeder Baum in Erlangen (und damit wahrscheinlich jeder Baum in jeder Stadt in ganz Deutschland) zwei fünfstellige Nummern trägt. In gut lesbarer, aber nicht erreichbarer Höhe auf einem an den Stamm genagelten Schild.

Was wäre das für eine gigantische Excel-Tabelle, jeder deutsche Baum samt Nummer, Alter, Art, Größe,… Aber nein, es ist keine schnöde Datei, sondern etwas viel gigantischeres und noch viel bürokratischeres, ein Baumkataster, wie ich gerade wieder gelernt habe. In dem ca. 22 Merkmale zu jedem Baum gespeichert werden, von Holzwert bis zum Sturmnachkontrollkennzeichen. Vielleicht sollte man das Kataster öffentlich zugänglich machen, so wie bei www.was-steht-auf-dem-ei.de – www.was-steht-auf-dem-baum.de oder sowas…

Homepage Relauntsch!

Nicht von meiner Homepage, natürlich. Sondern von [ki'ta:so] beziehungsweise kitaso.de, DER Plattform für (Kurz-)Filmemacher in Erlangen und Nürnberg. Alles neu, besser, schneller und in Kürze mit Filmarchiv! Schon jetzt übrigens mit einem tollen neuen Forum. Also husch husch, viele neue Filme machen, my dear fellow students!

Kurzfilme! Ein ganzes Wochenende lang!

Ich sehe was, was du nicht siehst! Die Erlanger [ki'ta:so]-Kurzfilmtage stehen nämlich an – von Mini-Stop-Motion-Filmen über Animationsfilme und Musikvideos bis hin zu mittellangen Filmen ist alles vertreten. Lustig, schaurig, verrückt, schön oder bewegend und immer voller Überraschungen! Dokumentarfilme sind auch ein paar dabei, ein Best of aus 5 Jahren [ki'ta:so] und natürlich ein Riesenpaket an Kurzfilmen:

Treten Sie herein und staunen Sie, was die Kurzfilmszene in Erlangen und Nürnberg zu bieten hat!

Das Vampirquartier

Manchmal ist Erlangen ganz schön unheimlich. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass wenn es Vampire gäbe, sie eine Niederlassung in Erlangen hätten. Wieso? Nirgendwo sehe ich so viele Leute, die diese ganz gewisse Vampir-Aura haben.  Männer mit langen weiß-grauen Haaren, wie aus Tanz der Vampire, aber ganz harmlos in der Menge der Fußgängerzone untergetaucht. Andere Männer und Frauen, die diesen Blick drauf haben, diese unheimlichen crazy eyes, deren Blicke wie Bisse in den Hals stechen.

Wirklich, man muss in Erlangen nur mit offenen Augen und wachem Geist spazieren gehen. Wenn es irgendwo Vampire gibt auf dieser Welt, Erlangen ist ihr Quartier. Ich spekuliere übrigens auf das alte Gebäude der Universitätsbibliothek, wo man nie jemanden reingehen sieht, mitten in der Stadt. Der perfekte Unterschlupf! Da, sogar mit Ausflugluken für Vampire in Fledermausform:

uni_bibliothek

Tötet Kenny! Die Wahrheit in Schreibfehlern

Heute feiert das Irish Pub “Goldener Mond” in Erlangen sein 30jähriges Bestehen. Das an sich wäre jetzt noch kein Grund für einen spannenden Blogeintrag, aber das Plakat des Pubs, das auf dieses historische Event hinweist, ist es allemal. Abgesehen davon, dass es statt den – eines Irish Pub angemessenen – ‘Specials’ einem eher spanisch vorkommende ‘Speciales’ offeriert, besteht eines dieser speziellen Spezialitäten aus ‘Killkenny – 3 EUR’. Als fleißiger Pubgeher und Irland-Liebhaber weiß man nun aber, dass sich das rote Ale doch etwas anders buchstabiert:

Kilkenny. Nicht ‘Killkenny’. Kill Kenny! Beim Verfassen des Plakats zuviel Southpark geguckt? Das wär doch mal wirklich ein Special, eine Kooperation von Southpark und Kilkenny, die eine Sonderedition Bier mit einem toten Kenny aus Southpark auf dem Etikett herausbringt. Oder als Bonus ein Kenny-Schlüsselanhänger zusammen mit jedem Sixpack.

Und worin liegt nun die Wahrheit in diesem (freudschen) Schreibfehler? Verblüffend, aber doch irgendwie naheliegend (und vielleicht auch nur eine urban legend?), ich zitiere aus der Enzyklopädie des 21. Jahrhunderts:

Laut einem der Schöpfer der US-Serie South Park ist Kilkenny der Grund dafür gewesen, das die Macher den Charakter Kenny in den ersten Staffeln der Serie meist auf bizarre Weise das Zeitliche segnen lassen. Der Name “Kenny” war bereits festgelegt, als sich die South-Park Erfinder Matt Stone und Trey Parker beim Genuss von Kilkenny den Running Gag “Kill Kenny” ausdachten. (Wikipedia)

Zwei Perlen der Filmkunst

Heute möchte ich mal zwei absolute Perlen des Kinos küren, die mir heute bei einem Gastvortrag unseres Instituts für Theater- und Medienwissenschaften der Uni Erlangen begegnet sind (“StimmKörper – Zur Synchronisation in Deutschland” von Gereon Blaseio).

Der erste Film bekommt den Preis für den besten Filmtitel: “Sartana – Noch warm und schon Sand drauf“. Der Titel ist so unsinnig und tiefgründig zugleich, dass man nicht weiß, ob man weinen oder lachen, sich vor Grauen schütteln oder vor dem Genie verbeugen soll, das diesem Titel innewohnt.

Ein Italo-Western übrigens, so zur Kontextualisierung des “noch warm”, und vor allem des “schon Sand drauf”.

Der zweite Film hat sich die Ehre der durchgeknalltesten und sinnlosesten Synchronisation aller Zeiten verdient. Wobei er auch bei der Kategorie “Kreativster Filmtitel” ein Top-Oscar-Anwärter wäre: “Schlitzohr und Schlitzauge – Der Dampfhammer von Send-Ling“.

Man beachte das hochgeistige Wortspiel mit Sendling, aber das versteht man erst wenn.. ach, seht selbst, das ist unbeschreiblich:

Tusch und Applaus!

Der Turnschuh-Fluch

Ich bin ja eigentlich kein zwingender Markenfetischist, aber ich stehe einfach auf Schuhe von Gola. Ich weiß, dass diese Schuhe genau meinen zarten Fuß umschmeicheln, und dass sie saubequem sind und mir einfach immer gefallen. Meine Lieblinge sind meine rot-weißen Gola-Schuhe, die nur leider schon auseinanderfallen, wie Turnschuhe das eben nach einer Weile tun. Und leider gehören Gola-Schuhe – so schön und bequem sie auch sind – nicht zu der langlebigen, hochqualitativsten Sorte von Turnschuhen. Ich liebe sie trotzdem.

Nun wollte ich mir gestern grüne Gola-Schuhe kaufen. Das Problem ist nur, dass es mit Gola-Schuhen auch immer folgendes auf sich hat: Jedes Mal, wenn ich gerade kein Geld oder keine Zeit habe oder mir die Dinger aus anderen Gründen nicht kaufen kann, begegnen sie mir einfach überall. Kaum suche ich dann welche, finde ich keine mehr. Ich bin gestern halb Erlangen abgelatscht (mit Krücken, draußen für längere Strecken brauch ich noch beide Stöcke), und nicht in einem einzigen Geschäft war auch nur die Spur von Gola-Schuhen.

Und was folgt daraus? Männer sind wie Turnschuhe. Oder Turnschuhe sind wie Männer? Da findet sich auch nichts passendes sobald man einen sucht.