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Was ich schon immer mal über Kastanienbäume schreiben wollte

Kastanienbäume sind irgendwie die Straßenstrichnutten unter den Bäumen.

Kaum ist das Eis des Winters geschmolzen, öffnen sie ihre obszön großen Knospen und falten noch obszönere Riesenblätter heraus, die unglaublich aufdringlich am Straßenrand und in Parks herumwedeln. Während bei allen anderen Bäumen sich gerade mal pastellfarbene Blütenblätter oder hellgrüne Triebe regen, stehen bei den Kastanien schon riesige Blütenstände erigiert-aufrecht inmitten eines sattgrünen Blätterbusches.

Vor der Winterruhe werden sie dann noch einmal grell-bunt und schrill, werfen ihre samtig glänzenden Früchte herunter, die auch noch aus ihrer Schale quellen wie ein Busen aus einem zu kleinen BH, mit Stacheln wie Absätze von viel zu hohen Stöckelschuhen.

Nur im Winter sehen sie so aus wie alle andere Bäume. Da müsste man die Kastanienbäume eigentlich in Kunstpelzmäntel wickeln, damit ich jetzt noch alle Klischees in diesem Post unterbringen kann…

Der ganz normale Umzugswahnsinn. Oder?

Ist das nur bei mir so?

In der ersten Umzugskiste sind die feinen Weingläser noch in gefühlte 30 Schichten Papier gewickelt, so dass sie einen Meteoriteneinschlag samt Vulkanausbruch, Erdbeben und Tsunami heil überstehen würden, und nach dem Auspacken einer einzigen Kiste in etwa fünf Kubikmeter Papierknödel herumliegen.

In der letzten Umzugskiste sind alle Gläser nur noch reingestopft und man ist froh, wenn überhaupt noch irgendwo eine dünne Lage Papier findet.

Schließlich stellt man nach dem Auspacken halb zufrieden, halb frustriert fest, dass in beiden Kategorien ungefähr gleich viel kaputt (oder nicht kaputt) gegangen ist, und lässt dann ein Glas beim Einräumen der Vitrine fallen.

Bestimmt ganz normal.