Ein Sommermärchen – Nur für wen?

Noch etwa sechs Stunden, und sowohl in Deutschland als auch in Österreich werden die Uhren stillstehen, die Straßen wie leergefegt sein und alle Leute ihre Augen auf einen kleinen weißen Lederball richten. Heute steht die Entscheidung an, ob entweder Österreichs Sommermärchen in Erfüllung geht, oder Deutschland ein Sommeralptraum erspart bleibt. Ich werde mich natürlich standesgemäß in mein deutsches WM-Trikot von 1990 werfen und einem Sieg für das deutsche Team entgegenfiebern beziehungsweise -bangen. Aber das eigentlich schöne dabei ist, dass ich – mit Österreich als Heimat meines Herzens – mich freuen kann, egal wer am Ende gewinnt. Ich würde es den Österreichern als vollkommener Underdog auch irgendwie total gönnen, dass sie es reißen heute und am Ende auch mal den EM-Pokal in Händen halten dürfen. Dass die Österreicher “keine Stürmer im eigentlichen Sinne” haben, wie der Radio Jump-Fußballexperte heute erläuterte, und den Ball also nur über die Torlinie hinübernudeln können, macht sie auch irgendwie nur sympathischer.

Naja, ich bin jedenfalls gespannt und freue mich auf das Spiel, ich bin zwar nicht gerade ein Fußballexperte, aber eben einer von diesen partialemotionalen EM/WM-Mitläufern. Wenn Fußball zum kollektiven Fest wird, bin ich dabei!

Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass das Wetter schön bleibt, schließlich wurden am Samstag ja schon 19 Fußballtrainer auf einmal in Ostwestfalen vom Blitz getroffen, und zwar nicht von einem Blitz der Inspiration, wie er durchaus zu wünschen wäre für die deutsche Mannschaft heute, nein, ein echter Blitz, der die anwesenden Fußballtrainer im Rahmen eines Lehrgangs in “ein helles blaues Licht gehüllt” hat. Nicht dass am Ende noch Gebrauch gemacht werden muss von der Fußballurne, die ein Wiener Bestattungsunternehmen zur EM auf den Markt gebracht hat. Den Vorwurf der Pietätlosigkeit hat das Bestattungsunternehmen übrigens damit kommentiert, dass in Deutschland ja auch Särge mit den Vereinsfarben bemalt werden dürfen.

Wie dem auch sei, packt das Nutella ein, heute Abend gehts rund, und für irgendwen wird es schon in Erfüllung gehen am Ende, das Gummibärchen, pardon, Sommermärchen.

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2 Responses to Ein Sommermärchen – Nur für wen?

  1. Manuel S. says:

    Ich bin mir absolut sicher, dass uns ein zweites Cordoba erspart bleibt ^^. Von mir aus kann’s auch ein unentschieden werden, auch wenn das etwas langweilig wäre… wir kämen trotzdem weiter… Juhuuu

  2. crazykaro says:

    Hehe, na ich bin gespannt 😉 Meine Bilanz erste Halbzeit: Gomez ist wirklich ne Pfeife, der Schlag auf Poldi war eine Frechheit, und die Verbannung von Löw auf die Tribüne war das lustigste, was ich seit langem gesehen hab in Sachen Fußball – unglaublich, wie der da auf der Tribüne erst mal nen Platz sucht, gleich mal Report bei der Bundeskanzlerin abgibt, und am Ende zwischen Bierhoff und einem grinsenden Schweini sitzenbleibt und erst mal Smalltalk mit den Sitznachbarn hält – das war unglaublich ^^

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